Deutscher Suchtkongress
Bd. 1 Nr. 1 (2023): Deutscher Suchtkongress
https://doi.org/10.18416/DSK.2023.934

Frauen und Substanzgebrauchsstörungen – eine interdisziplinäre Betrachtung (S20)

Geschlechtssensitive Behandlung bei Alkoholabhängigkeit: Status quo und Perspektive

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Bernd Lenz (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, ZI Mannheim, Mannheim), Sabine Hoffmann (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, ZI Mannheim, Mannheim)

Abstract

Hintergrund
Neuere Forschungsergebnisse unterstreichen den Zusammenhang zwischen Geschlecht (biologisch und sozial) und Alkoholabhängigkeit. Sich daraus ableitende geschlechtersensitive Präventions- und Therapiestrategien sind bisher jedoch allenfalls unzureichend in der klinischen Versorgung etabliert.


Erläuterung des Versorgungsprojektes
Neuere Forschungsergebnisse unterstreichen den Zusammenhang zwischen Geschlecht (biologisch und sozial) und Alkoholabhängigkeit. Sich daraus ableitende geschlechtersensitive Präventions- und Therapiestrategien sind bisher jedoch allenfalls unzureichend in der klinischen Versorgung etabliert.


Erfahrungen/Erwartungen
Die Geschlechter unterscheiden sich in den Konsummengen und -gründen, den Trinkmustern und dem Alkoholmetabolismus. Die spezifischen Effekte des biologischen und des sozialen Geschlechts sind bisher nicht ausreichend verstanden. Die verfügbare Literatur ist zudem limitiert aufgrund der überschaubaren Anzahl von Studien zur Bedeutung von dimensionalem Geschlecht und einer Unterrepräsentanz von Frauen. Mögliche therapeutische Ansatzpunkte ergeben sich unter anderem in der Schaffung von Angeboten, die geschlechterspezifische Anliegen adressieren, sowie in der Modulation der Identifikation mit risikoerhöhenden Geschlechterrollen und der Beeinflussung von Geschlechtshormonaktivitäten.


Diskussion und Schlussfolgerung
Zur Entwicklung und Implementierung geschlechtersensitiver Therapieansätze bei Alkoholabhängigkeit ist stärker geschlechterbalancierte und geschlechterseparierte Forschung notwendig. Zukünftige Untersuchungen sollten zudem gleichsam kategoriale und dimensionale Aspekte biologischen und sozialen Geschlechts berücksichtigen.


Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Förderungen
Ich und die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.


Erklärung zur Finanzierung: DFG (TRR265, Projekt-Nr.: 402170461)

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Lenz, B., & Hoffmann, S. (2023). Geschlechtssensitive Behandlung bei Alkoholabhängigkeit: Status quo und Perspektive. Deutscher Suchtkongress, 1(1). https://doi.org/10.18416/DSK.2023.934