Deutscher Suchtkongress
Bd. 1 Nr. 1 (2023): Deutscher Suchtkongress
https://doi.org/10.18416/DSK.2023.912

Nachwuchssymposium der DG-Sucht Nachwuchsgruppe (S14)

Entwicklung eines krankheitsspezifischen Tabakentwöhnungsprogramms für Personen mit koronarer Herzkrankheit

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Elena Ernst (Technische Universität Chemnitz, Chemnitz), Franziska G. Loth (Technische Universität Chemnitz, Chemnitz), Sören Kuitunen-Paul (Technische Universität Chemnitz, Chemnitz; Universitätsklinikum C. G. Carus an der TU Dresden, Dresden), Stephan Mühlig (Technische Universität Chemnitz, Chemnitz)

Abstract

Hintergrund
Zigarettenrauch stellt den wichtigsten vermeidbaren Faktor für die Entstehung von chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen dar. Zu diesen tabakassoziierten Erkrankungen zählen Lungenerkrankungen, Krebserkrankungen, Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten einschließlich der koronaren Herzkrankheit, von der in Deutschland 28,3% der Männer und 19,1%
der Frauen ab 65 Jahren betroffen sind. Eine erfolgreiche Tabakentwöhnung in dieser Zielgruppe führt zu einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um bis zu 36%. Ungeachtet dessen fehlen bisher krankheitsspezifische Entwöhnungsprogramme für das ambulante Gruppensetting.


Erläuterung des Versorgungsprojektes
Zigarettenrauch stellt den wichtigsten vermeidbaren Faktor für die Entstehung von chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen dar. Zu diesen tabakassoziierten Erkrankungen zählen Lungenerkrankungen, Krebserkrankungen, Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten einschließlich der koronaren Herzkrankheit, von der in Deutschland 28,3% der Männer und 19,1%
der Frauen ab 65 Jahren betroffen sind. Eine erfolgreiche Tabakentwöhnung in dieser Zielgruppe führt zu einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um bis zu 36%. Ungeachtet dessen fehlen bisher krankheitsspezifische Entwöhnungsprogramme für das ambulante Gruppensetting.


Erfahrungen/Erwartungen
Das entwickelte Tabakentwöhnungsprogramm für Personen mit Koronarer Herzkrankheit besteht aus sieben Gruppensitzungen, inkl. eines Informations- und
Vorbereitungstreffen, sowie mindestens einem telefonischen Kontakt in der Woche nach dem Rauchstopp. Das Programm ist modular aufgebaut, d. h. neben den Basismodulen (Psychoedukation, Rückfallprophylaxe, etc.) gibt es Ergänzungsmodule (E-Zigarette, Sport, Depressivität, etc.), die je nach Zusammensetzung und Interesse der Gruppe hinzugenommen oder weggelassen werden können. Damit soll das Programm alle notwendigen Inhalte enthalten und aus Patient:innensicht überschaubar und bewältigbar sein.


Diskussion und Schlussfolgerung
Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, eine evaluierte und zertifizierte Tabakentwöhnung zu entwickeln, welche die rehabilitativen Behandlungsmöglichkeiten bei koronarer Herzkrankheit sinnvoll ergänzt. Dazu sind im Anschluss eine Feasibility-Studie sowie eine Evaluationsstudie geplant.


Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Förderungen
Während der letzten 3 Jahre bestanden folgende wirtschaftlichen Vorteile oder persönliche Verbindungen, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten: FL und SKP sind Trainer:innen für Tabakentwöhnungskurse und erhielten Honorare für deren Durchführung. SKP und SM sind Mitglieder des Wissenschaftlichen Arbeitskreises für Tabakentwöhnung. SM erhielt Referentenhonorare einschließlich Reise- und Unterbringungskosten der Pfizer Deutschland GmbH sowie der Johnson & Johnson GmbH. Er erhielt Forschungsförderung durch die AOK PLUS (ATEMM-Studie) und leitet die Raucherambulanz Chemnitz (RAC), in der Tabakentwöhnungskurse mit verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt angeboten werden.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Ernst, E., Loth, F. G., Kuitunen-Paul, S., & Mühlig, S. (2023). Entwicklung eines krankheitsspezifischen Tabakentwöhnungsprogramms für Personen mit koronarer Herzkrankheit. Deutscher Suchtkongress, 1(1). https://doi.org/10.18416/DSK.2023.912