Deutscher Suchtkongress
Bd. 1 Nr. 1 (2023): Deutscher Suchtkongress
https://doi.org/10.18416/DSK.2023.886

Suchtbehandlung im Kontext von Familie (S08)

Elterntrainings für Mütter und Väter mit einer Substanzkonsumstörung

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Diana Moesgen (Katholische Hochschule NRW, Köln), Janina Dyba (Katholische Hochschule NRW, Köln), Anne Koopmann (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Mannheim)

Abstract

Hintergrund
In der Vergangenheit wurden Substanzkonsumstörungen und Elternschaft weitgehend getrennt voneinander beforscht. Diese Diskrepanz wird auch in der klinischen Praxis häufig weiterhin aufrechterhalten, obwohl weithin anerkannt ist, dass a) elterliche Substanzkonsumstörungen die Erziehung eines Kindes beeinträchtigen und b) die Verantwortung für die Kindeserziehung für Erwachsene mit einer Substanzkonsumstörung, die ohnehin häufig Probleme in der Alltagsbewältigung aufweisen, oft zusätzliche Belastungen mit sich bringt. Obwohl die Interdependenz zwischen Substanzkonsumstörungen und Elternschaft komplex ist und noch nicht alle Mechanismen vollständig untersucht wurden, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Untersuchungen diesem Thema gewidmet und auch Interventionen konzeptioniert, die betroffene Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit unterstützen sollen.


Erläuterung des Versorgungsprojektes
In der Vergangenheit wurden Substanzkonsumstörungen und Elternschaft weitgehend getrennt voneinander beforscht. Diese Diskrepanz wird auch in der klinischen Praxis häufig weiterhin aufrechterhalten, obwohl weithin anerkannt ist, dass a) elterliche Substanzkonsumstörungen die Erziehung eines Kindes beeinträchtigen und b) die Verantwortung für die Kindeserziehung für Erwachsene mit einer Substanzkonsumstörung, die ohnehin häufig Probleme in der Alltagsbewältigung aufweisen, oft zusätzliche Belastungen mit sich bringt. Obwohl die Interdependenz zwischen Substanzkonsumstörungen und Elternschaft komplex ist und noch nicht alle Mechanismen vollständig untersucht wurden, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Untersuchungen diesem Thema gewidmet und auch Interventionen konzeptioniert, die betroffene Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit unterstützen sollen.


Erfahrungen/Erwartungen
Die ungünstigen Lebensbedingungen und dysfunktionalen elterlichen Verhaltensweisen in suchtbelasteten Familien, die sich negativ auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirken können, sind aus wissenschaftlicher Sicht eindeutig belegt. Es erscheint daher sinnvoll, Elterntrainings stärker in die Behandlung von Substanzgebrauchsstörungen zu integrieren. Die meisten evidenzbasierten Elterntrainings, die speziell für Eltern mit einer Substanzkonsumstörung entwickelt wurden, sind im englischsprachigen Raum zu finden und können im Präsenzformat oder online angeboten werden. Darüber hinaus können betroffene Eltern auch von Elterntrainings profitieren, die für Risikofamilien im Allgemeinen entwickelt wurden.


Diskussion und Schlussfolgerung
Wenngleich inzwischen diverse Elterntrainings existieren, die sich speziell an Eltern mit einer Substanzkonsumstörung richten und sich diese Programme auch im Rahmen wissenschaftlicher Studien als wirksam erwiesen haben, sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um evidenzbasierte Programme zu entwickeln, die sich an noch spezifischere Zielgruppen (z. B. Väter) und/oder Substanzen (z. B. andere Drogen als Alkohol oder Opiate) richten, in verschiedenen Settings angeboten werden können und eine verbindliche Kooperation zwischen unterschiedlichen, relevanten Einrichtungen beinhalten.


Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Förderungen
Ich und die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Moesgen, D., Dyba, J., & Koopmann, A. (2023). Elterntrainings für Mütter und Väter mit einer Substanzkonsumstörung. Deutscher Suchtkongress, 1(1). https://doi.org/10.18416/DSK.2023.886