Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Problematische Nutzung von Computerspielen und sozialen Medien: Längsschnittliche Zusammenhänge zu den Persönlichkeitsdimensionen der Big Five

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Lutz Wartberg (MSH Medical School)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und problematischer Nutzung von Computerspielen und sozialen Medien bei jungen Menschen. Dafür wurden etwa 500 Jugendliche und junge Erwachsene mehrfach befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale der „Big Five“ problematische Nutzung vorhersagen können. Unterschiede zeigten sich dabei zwischen Computerspielen und sozialen Medien.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Verhaltenssüchte wurden erstmalig als eigenständige Diagnosen in die ICD-

11 aufgenommen. Neben der ICD-11-Diagnose Computerspielstörung

werden in der aktuellen Leitlinie „Diagnostik und Therapie von

Internetnutzungsstörungen“ weitere problematische Verhaltensweisen wie

eine problematische Nutzung sozialer Medien beschrieben. Bislang liegen

nur wenige Längsschnitt-Studien vor, in denen Zusammenhänge zwischen

problematischer Nutzung von Computerspielen oder sozialen Medien und

den Persönlichkeitsdimensionen der Big Five untersucht wurden.

Methoden
Es wurden knapp 500 Personen im späten Jugendalter und jungen

Erwachsenenalter in Deutschland mit standardisierten Instrumenten zu

problematischer Nutzung von Computerspielen und sozialen Medien sowie

den Persönlichkeitsdimensionen der Big Five untersucht. Es konnten Daten

zu drei Messzeitpunkten erhoben werden. Die Daten wurden mit

Strukturgleichungsmodellierung ausgewertet.

Ergebnisse
Es zeigten sich jeweils unterschiedliche Zusammenhänge zwischen den

Persönlichkeitsdimensionen der Big Five und problematischer Nutzung von

Computerspielen und sozialen Medien. Dabei erwiesen sich die Big Five als

Prädiktoren für die problematischen Verhaltensweisen im jungen

Erwachsenenalter, reziproke Effekte wurden dagegen nicht beobachtet.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die Ergebnisse sprechen für die Relevanz der Persönlichkeitsdimensionen

der Big Five zur Vorhersage von zukünftiger problematischer Nutzung von

Computerspielen und sozialen Medien. Die empirischen Befunde werden in

den aktuellen Forschungstand eingeordnet und hinsichtlich ihrer

Implikationen sowohl für die Praxis als auch für zukünftige

Forschungsvorhaben diskutiert.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.



Erklärung zur Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), WA

3692/4-4, Drittmittelprojekt gefördert durch die DFG

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Wartberg, L. (2026). Problematische Nutzung von Computerspielen und sozialen Medien: Längsschnittliche Zusammenhänge zu den Persönlichkeitsdimensionen der Big Five. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3076