Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

S3-Leitlinie Tabak

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Stephan Mühlig (TU Chemnitz)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Der Beitrag untersucht aktuelle psychotherapeutische Methoden zur Tabakentwöhnung, digitale Angebote wie Apps oder Onlineprogramme. Die Wirksamkeit für personalisierte und unterstützte Programme sowie die Kombination aus psychologischer Behandlung und Medikamenten ist besonders hervorzuheben, während einfache Apps ohne Begleitung oft nur wenig helfen.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Der Beitrag verfolgt das Ziel, neue Evidenzentwicklungen im Bereich psychologisch-psychotherapeutischer Behandlungsmethoden für die leitlinienbasierte Versorgung systematisch zusammenzufassen.

Methoden
Ausgangspunkt ist eine terminologische und konzeptuelle Präzisierung psychotherapeutischer Ansätze in der Tabakentwöhnung, insbesondere hinsichtlich ihrer Einordnung in die Systematik psychotherapeutischer Verfahren und ihrer Anschlussfähigkeit an die deutsche Richtlinienpsychotherapie. Gleichzeitig werden neue Empfehlungen für digitale und hybride Behandlungsformen aufgenommen. Insbesondere assistierte und personalisierte smartphone- bzw. internetbasierte Interventionen werden aufgrund wachsender Evidenz als sinnvolle Ergänzung etablierter Entwöhnungsprogramme empfohlen. Nicht-assistierte digitale Programme und speziell Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden ebenfalls erstmals eigenständig berücksichtigt, wobei insbesondere personalisierte und interaktive Komponenten als wirksamkeitsrelevant hervorgehoben werden.

Ergebnisse
Die zugrunde gelegte Evidenz zeigt, dass digitale Interventionen vor allem dann relevant zur Abstinenzförderung beitragen, wenn sie personalisiert gestaltet sind, interaktive Unterstützung enthalten oder mit pharmakologischen Maßnahmen kombiniert werden. Rein stand-alone eingesetzte App-basierte Ansätze ohne Unterstützung zeigen demgegenüber inkonsistente oder begrenzte Effekte. Besonders robuste Evidenz besteht für text- und SMS-basierte Interventionen, die konsistent höhere Abstinenzraten im Vergleich zu Minimalinterventionen zeigen. Für Kombinationstherapien aus Psychotherapie und Pharmakotherapie wird auf Basis starker Evidenz weiterhin eine Soll-Empfehlung ausgesprochen, insbesondere bei hoher Abhängigkeit und Entzugssymptomatik.

Diskussion und Schlussfolgerung
Der Beitrag fasst aktuelle Evidenz zu psychologisch-psychotherapeutischen Ansätzen der Tabakentwöhnung zusammen und berücksichtigt dabei digitale und hybride Interventionen.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Mühlig, S. (2026). S3-Leitlinie Tabak. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3072