Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Pausen gestalten – Rauchfreiheit fördern. Eine Querschnittsanalyse zu Pausensituation und Rauchverhalten von Pflegeauszubildenden
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Das Programm „astra plus Gesundheitskompetenz“ will helfen, das Rauchen in der Pflegeausbildung zu reduzieren. Eine Befragung von 445 Auszubildenden zeigt: Viele machen erst Pause, wenn es der Stress erlaubt, und bleiben dabei oft im Arbeitsbereich. Diese schwierigen Bedingungen fördern das Rauchen nachweislich. Die Studie macht deutlich, dass individuelles Wissen allein nicht ausreicht. Um das Rauchverhalten zu verbessern, müssen Kliniken und Schulen vor allem die Pausenkultur und die Arbeitsorganisation optimieren. Das Programm unterstützt hierfür gezielte Lösungen zur Verhältnisprävention.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Professionelle Gesundheitskompetenz nach „astra plus“ umfasst die Bereitschaft und Fähigkeit die eigene Gesundheit zu erhalten und zu fördern, um dann das eigene gesundheitliche Wissen im beruflichen Handeln umzusetzen. Schwerpunkt ist dabei die Prävention und Reduktion des Nikotinkonsums. Gesundheitsverhalten ist allerdings nicht ausschließlich Ausdruck individueller Entscheidungen, sondern in strukturelle und soziale Kontexte eingebettet [1]. Arbeitsorganisatorische Faktoren wie Arbeitsmenge, Arbeitsverdichtung oder auch Pausenregelungen sind relevante Determinanten von Gesundheitsverhalten. „astra plus“ zielt als settingbasierte Intervention auch auf gesundheitsförderlichere Verhältnisse ab. Um die Wissensbasis für das Vorgehen zu erweitern, wurde die Pausengestaltung in der Pflegeausbildung und ihre Bedeutung für das Rauchverhalten untersucht.
Methoden
Zur Analyse liegen Daten von 445 Pflegeauszubildenden von vier Pflegeschulen aus den Jahren 2021 bis 2025 vor, die zu Beginn der Intervention „astra plus“ standardisiert befragt worden waren. Unterschiede im Rauchverhalten und in rauchbezogenen Überzeugungen (subjektive Norm, Selbstwirksamkeit zur rauchfreien Pausengestaltung) wurden in Abhängigkeit von der wahrgenommenen Pausensituation (Zeitpunkt, Ort, soziale Situation, Unterstützung durch Organisation) per Gruppenvergleich und Regression analysiert.
Ergebnisse
Pflegeauszubildende nehmen ihre Pause eher nach Arbeitsanfall und verbringen die Pause im Arbeitsbereich. Nur für etwa die Hälfte der Befragten ist eine ungestörte Pause selbstverständlich. Zwischen der Pausensituation und dem Rauchverhalten sowie den rauchbezogenen Überzeugungen wurden statistisch bedeutsame Zusammenhänge festgestellt.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Ergebnisse weisen auf die Bedeutung des strukturellen und sozialen Arbeitskontextes für das Rauchverhalten von Pflegeauszubildenden hin. Wenn auch ihre Aussagekraft aufgrund des Querschnittsdesigns limitiert ist, bestätigen sie bisherige Forschung im Pflegekontext [2]. Für die verhältnispräventiven Module von „astra plus Gesundheitskompetenz – Rauchfrei in der Pflege“ ist die Pausengestaltung ein wichtiger Schwerpunkt.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden:
Das Netzwerk der astra plus-Schulen und die Implementierung werden nach Präventionsgesetz § 20b von der DAK-Gesundheit gefördert.