Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Faktorenstruktur des Beck Depression Inventory II (BDI-II) bei Jugendlichen mit Substanzkonsumstörungen
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Jugendliche mit Abhängigkeit haben manchmal auch Depressionen. Mit dem Fragebogen BDI-II wird die Schwere einer Depression gemessen. Wir haben getestet, ob der Fragebogen ausreichend gut funktioniert.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Substanzkonsumstörungen (engl. SUD) bei Jugendlichen werden häufig von depressiven Beschwerden begleitet, die die Erfassung der SUD-Symptomatik erschweren können. Dazu wird häufig das Beck Depression Inventory II (BDI-II) eingesetzt, obwohl es an Belegen für die Eignung des Instruments in dieser Personengruppe mangelt.
Methoden
Für die faktorielle Validität des BDI-II wird in der vorliegenden Stichprobe (N = 218 ambulant behandelte Jugendliche mit SUD) die Modellpassung der publizierten Zwei-Faktoren-Struktur verglichen mit der Modellpassung der datenbasiert entwickelten Faktorenstrukturen unter Berücksichtigung von Geschlechtseffekten (Multiple Indicators Multiple Causes, MIMIC Modell) im Rahmen explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalysen mit robuster Maximum Likelihood (MLR) Schätzung.
Ergebnisse
Die konfirmatorische Faktorenanalyse belegte die akzeptable Modellpassung der Zwei-Faktoren-Struktur bei hohem faktoriellem Zusammenhang. Explorative Faktorenanalysen konnten keinen interpretierbaren dritten Faktor mit mehr als zwei Items bilden. Das MIMIC-Modell belegte höhere latente Depressivitätsscores bei Mädchen verglichen zu Jungen. Zudem zeigte sich, dass das Item 21 zu Verlust des sexuellen Interesses niedrige Faktorladungen und vergleichsweise viele Missings aufwies.
Diskussion und Schlussfolgerung
Insgesamt konnte die angenommene Zwei-Faktoren-Struktur bestätigt werden mit ausreichender Passung, was für die faktorielle Validität und Anwendbarkeit in dieser Stichprobe spricht. Das Item 21 muss kritisch betrachtet werden bei präpubertären Jugendlichen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Erklärung zur Finanzierung: Sächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (Fördernummer: 100362999)