Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Integrative Suchttherapie in der Praxis – Kontinuität, Beziehung und vernetzte Behandlung als Leitprinzipien
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Viele Menschen mit Suchterkrankungen brechen Behandlungen ab, weil diese oft in einzelne Schritte aufgeteilt sind, die nicht gut zusammenpassen. Unsere Erfahrung zeigt: Behandlung gelingt eher, wenn sie als zusammenhängender Prozess organisiert ist. Das bedeutet, dass Entzug, Therapie und die Behandlung weiterer psychischer Probleme eng miteinander verbunden werden. Entscheidend ist dabei eine verlässliche therapeutische Beziehung. Integrative Suchttherapie heisst deshalb vor allem: dranbleiben, Übergänge aktiv gestalten und Patient*innen über längere Zeit stabil begleiten. Integrative Suchttherapie bedeutet deshalb vor allem: Übergänge aktiv gestalten, Beziehung halten und Behandlung als zusammenhängenden Prozess verstehen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen ist ein zentrales Versorgungsproblem, weil fragmentierte und sequenzielle Behandlungsmodelle insbesondere bei komplexen Verläufen häufig zu Therapieabbrüchen und instabilen Verläufen führen (vgl. World Health Organization, 2024).Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, wie eine kontinuierliche, integrative und beziehungsorientierte Behandlung konkret gestaltet werden kann.
Methoden
Grundlage ist die ca. fünfjährige Entwicklung und Umsetzung eines integrativen Behandlungskonzepts an der Forel Klinik (Schweiz) über stationäre, tagesklinische und ambulante Settings hinweg. Die dargestellten Überlegungen stützen sich auf klinische Erfahrungen mit Patient*innen mit komplexen Störungsbildern sowie auf konzeptionelle Arbeiten zur Integration von Entzug, Entwöhnung und der Behandlung psychischer Komorbiditäten, insbesondere von Traumafolgestörungen (vgl. Back et al., 2010; Roberts et al., 2015; Tripp et al., 2020).
Ergebnisse
strikten Trennung zwischen Entzug und Entwöhnung zugunsten eines kontinuierlichen Prozesses, (2) die parallele Behandlung von Abhängigkeit und Komorbiditäten, (3) eine konsequent beziehungsorientierte und schamreduzierende therapeutische Haltung sowie (4) die settingübergreifende Koordination der Behandlung.
Diskussion und Schlussfolgerung
Aus klinischer Perspektive zeigt sich, dass insbesondere die Qualität der therapeutischen Beziehung und die Kontinuität über Behandlungsphasen hinweg entscheidend für Verbleib und Verlauf sind (Flückiger et al., 2018; Meier et al., 2005). Integrative Modelle zielen daher weniger auf zusätzliche Interventionen als auf eine veränderte Organisation von Behandlung, in der Beziehung, Parallelität und Übergangsgestaltung systematisch berücksichtigt werden.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.