Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Empathie und Empowerment bei Alkoholabhängigkeit. Ein Peer Assistance Programm (PAP) hilft, Stigmatisierung im Umgang mit Betroffenen abzubauen.

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Carolin Schürmann (GERTY NUSS)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache


Alkoholprobleme bleiben oft verborgen und verursachen schwere persönliche, familiäre und betriebliche Schäden. Das PAP befähigt Führungskräfte, Fachkräfte und Angehörige, solche Belastungen früh und ohne Vorurteile zu erkennen, anzusprechen und passende Unterstützung zu vermitteln. Mit Peer?Erfahrung, therapeutischem Wissen, trialogischen Gesprächsformaten, Rollenspielen und Leitfäden stärkt das Programm Gesprächssicherheit und Handlungsfähigkeit. Erste Pilotdaten zeigen weniger Unsicherheit, mehr gemeinsame Einsichten und höhere Bereitschaft zur Hilfe. Nutzen: weniger Stigma, frühere Interventionen, weniger Therapieabbrüche und geringere Ausfall? und Folgekosten für Organisationen und Familien.


Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Alkoholprobleme im Familien- und Arbeitskontext bleiben oft verdeckt, führen zu Sprachlosigkeit, späten Interventionen, verursachen schwere oft transgenerational soziale Schäden sowie Organisationskosten. Besonders im Fall von Fach- und Führungskräfte im Gesundheits- und Pflegebereich.

Methoden
Das PAP verbindet Peer?Erfahrung, therapeutisches Wissen und praxisorientierte Kommunikationstrainings in strukturierten Formaten. Kernelemente sind: trialogische Gesprächsformate, praxisnahe Rollenspiele, strukturierte Gesprächsleitfäden und KI-Reflexionsräume für Fach- und Führungskräfte sowie Angehörige. Ziel ist nicht direkt Entzug, Abstinenz oder Therapie, sondern Handlungssicherheit, frühzeitige Ansprache, gemeinsame Verständigung und Zielsetzung sowie Bedarfsvermittlung.

Ergebnisse
Erste Pilotanwendungen und Praxisbeobachtungen zeigen, dass die stigmafreie Offenlegung von Peer-Erfahrungen, Psychoedukation sowie reflektorische und kommunikative trialogische Trainingsformate Gesprächsunsicherheit reduzieren. Sie verstärken gemeinsame Erkenntnisse und erhören die Bereitschaft, Hilfe gegenseitig anzunehmen. Fach- und Führungskräfte berichten über nachhaltige Erkenntnisse, Veränderungen im Umgang mit Kommunikation über Alkohol und über mehr Handlungssicherheit.

Diskussion und Schlussfolgerung
Das PAP schließt eine entscheidende Lücke zwischen privater und betrieblicher Wahrnehmung und Fürsorgepflicht sowie ambulanter und klinischer Versorgung. Es vermindert Stigma, fördert frühere Interventionen und trägt dazu bei, Therapieabbrüche und Folgekosten zu reduzieren. Unternehmen gewinnen durch geringere Ausfallrisiken, verbesserte Teamdynamik und stärkere Präventionskultur. Für die Versorgungspraxis bedeutet PAP eine skalierbare Brücke zur Fachbehandlung.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
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Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre persönlichen Verbindungen bestanden.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Schürmann, C. (2026). Empathie und Empowerment bei Alkoholabhängigkeit. Ein Peer Assistance Programm (PAP) hilft, Stigmatisierung im Umgang mit Betroffenen abzubauen. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3040