Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
ADHS-Diagnostik während der Entzugsbehandlung
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
ADHS ist auch im Erwachsenenalter eine häufige Krankheit. Besonders oft tritt ADHS mit einer Suchterkrankung gemeinsam auf. Die Anzahl der ADHS-Diagnosen steigen. In den Kliniken und den Suchtabteilungen wird ADHS aber zu wenig gesehen. Um das zu ändern, wurde ein geregelter Weg zur Diagnose von ADHS entwickelt. Dieser Weg wird dargestellt.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
ADHS und Sucht haben eine hohe Komorbidität (Männern 39%, Frauen 30%). (1) Bei behandlungssuchenden erwachsenen Süchtigen wird in 13,9 - 23,1% der Fälle auch ADHS beschrieben (2). Die kumulative Diagnoseinzidenz von AD(H)S-Spektrum-Störungen stieg im Vertragsarztwesen im Zeitraum 2015–2024 in Deutschland insgesamt um 199 % an (8,6 versus 25,7/10 000 GKV-Versicherten) (3) Die von der GKV erfaßte administrative Prävalenz bei Erwachsenen liegt dennoch nur bei 0,6% (4). Der diagnostische Prozeß unterscheidet sich bei Süchtigen nicht von anderen Patienten.(5; 6). Nach internationalem Konsensus kann bei Süchtigen das Screening und der diagnostische Prozeß so früh wie möglich starten. Es sollen ein positives Screening, eine positive Klinik, keine Intoxikation und keine schweren Entzugszeichen vorliegen. (6) Die rechtzeitige Diagnose ist der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung. Beide Erkrankungen müssen für sich behandelt werden (7) Zwar liegt der Beginn bei der SUD-Behandlung, die ADHS-Behandlung sollte sobald als möglich folgen. (8)
Methoden
Vorgestellt wird die Implementation des Screenings und des diagnostischen Prozesses für ADHS im Erwachsenenalter in eine suchtmedizinische Entzugsstation.
Ergebnisse
Eine Standardisierung des Screening- und Diagnoseprozesses führt zur Diagnosesicherheit von ADHS im Erwachsenenalter im Rahmen der suchtmedizinischen qualifizierten Entzugsbehandlung. Es ist auch im Rahmen der sonstigen Aufgaben einer Station der Versorgungspsychiatrie umsetzbar. Dies ist mit dem gefundenen diagnostischen Prozeß gelungen. Die ADHS-Diagnostik ist nun integrierter Bestandteil aller zum Entzug aufgenommen Patienten. Die anschließenden Weiterbehandlungen kann valide weitergeführt werden.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die beschriebene hohe Prävalenz von ADHS im Erwachsenenalter und die hohe Komorbidität von ADHS bei Süchtigen erfordert ein standardisiertes Vorgehen bezüglich Screening und Diagnostik. Mit dem implementierten Vorgehen ist dies auch unter den Gegebenheiten einer Versorgungsklinik während der suchtmedizinisch qualifizierten Entzugsbehandlung effektiv möglich und trägt zu einer hohen Diagnosessicherheit und früheren Behandlungsmöglichkeit bei.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.