Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Stabilität nach der Krise: Nachsorge durch Peer-Begleitung

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Thomas Winkler (LWL Klinik Dortmund)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

 








Peer-Support ergänzt die psychiatrische und suchttherapeutische Behandlung durch Menschen mit eigener Erfahrung in Abhängigkeit und Genesung. Genesungsbegleitende unterstützen Patient:innen im Alltag und leiten Gruppenangebote wie Rückfallprävention oder das Nachsorgeprogramm „Trockendock“ der LWL Klinik Dortmund. Ziel ist es, Motivation, Selbstvertrauen und langfristige Stabilität zu fördern. Besonders niedrigschwellige Angebote helfen Menschen ohne Anschluss an Selbsthilfegruppen und erleichtern die Unterstützung nach der Entlassung. Die große Nachfrage zeigt, dass Peer-Support eine wichtige Ergänzung zu klassischen Therapien ist und Betroffene nachhaltig stärken kann.









Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Peer-Support ist ein zunehmend etablierter Bestandteil der psychiatrischen und suchttherapeutischen Versorgung. Genesungsbegleitende nutzen eigene Erfahrungen mit Abhängigkeit und Recovery, um Patient:innen auf Augenhöhe zu unterstützen. Dadurch entsteht ein niedrigschwelliger Zugang, der Motivation, Selbstwirksamkeit und langfristige Stabilisierung fördern kann.

Methoden
Die Tätigkeit umfasst sowohl die niedrigschwellige Kontaktaufnahme im Alltag als auch die Durchführung strukturierter Gruppenangebote. Am Beispiel der LWL Klinik Dortmund zählen dazu bspw. eine ressourcenorientierte Genesungsgruppe, die „Anker lichten“-Gruppe zur Perspektivklärung nach der Entgiftung, eine Rückfallpräventionsgruppe sowie das Nachsorgeangebot „Trockendock“. Beide Gruppenangebote finden wöchentlich statt und werden durch Genesungsbegleitende geleitet.

Ergebnisse
Das Gruppenangebot "Trockendock" wurde als abrechenbares, ambulantes Gruppenformat etabliert und richtet sich insbesondere an Patient:innen ohne Anbindung an Selbsthilfegruppen. Ziel ist der Abbau von Hemmschwellen sowie die Förderung kontinuierlicher Unterstützung nach der Entlassung. Ergänzend werden stationsübergreifende Gruppen zu Suchtrisiken und Genesung in Kooperation mit der Pflegeentwicklung angeboten. Die Angebote erfreuen sich einer großen Nachfrage, teilweise auch über das Behandlungsende hinaus.

Diskussion und Schlussfolgerung
Peer-Support stellt eine wirksame Ergänzung klassischer Therapieangebote dar. Durch die Verbindung von Erfahrungswissen und strukturierter Begleitung werden individuelle Ressourcen gestärkt und nachhaltige Bewältigungsstrategien gefördert. Insbesondere niedrigschwellige Nachsorgeangebote wie das „Trockendock“ tragen zur Verbesserung der Versorgungskontinuität und zur langfristigen Stabilisierung abstinenzorientierter Lebensführung bei.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Winkler, T. (2026). Stabilität nach der Krise: Nachsorge durch Peer-Begleitung. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3034