Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Über die Diagnose hinaus – Transdiagnostische Ansätze in der Praxis

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Miriam Mertins (LWL Klinik Dortmund)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache









Das LOT (lebenspraktisch orientiertes Trainingszentrum) der LWL-Klinik Dortmund ist ein stationsübergreifendes Gruppenangebot für Menschen mit unterschiedlichen psychischen Belastungen. Seit 2021 werden dort regelmäßig Gruppen zu Themen wie Ängsten, Selbstwert, sozialen Konflikten sowie problematischem Medien- und Substanzkonsum angeboten. Geleitet werden die Gruppen von Pflegekräften und Genesungsbegleitenden. Bisher fanden über 1000 Gruppen mit mehr als 8000 Teilnehmenden statt. Das Angebot stärkt wichtige Alltags- und Sozialkompetenzen sowie den Austausch unter Betroffenen. Herausforderungen bestehen vor allem in der unterschiedlichen Zusammensetzung und den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden.









Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Transdiagnostische Behandlungsansätze gewinnen in der psychiatrischen Versorgung zunehmend an Bedeutung, da viele psychische Belastungen, diagnoseübergreifend auftreten. Vor diesem Hintergrund wurden im Juli 2021 an der LWL-Klinik Dortmund, einer Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, im Rahmen pflegeentwicklerischer Maßnahmen die LOT-Gruppen (lebenspraktisch orientiertes Trainingszentrum) implementiert.

Methoden
Das LOT umfasst aktuell sieben Gruppenformate, die regelmäßig stattfinden und sich auf zentrale transdiagnostische Phänomene wie Ängste, interpersonelle Konflikte, Selbstwertproblematiken sowie problematischen Substanz- und Medienkonsum konzentrieren. Die Gruppen werden durch Pflegepersonal und Genesungsbegleitende geleitet. Sie stellen ein stationsübergreifendes Therapieangebot dar.

Ergebnisse
Seit der Implementierung wurden über 1000 Gruppen durchgeführt, an denen mehr als 8000 Patient:innen teilnahmen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Angebot eine sinnvolle Ergänzung zu störungsspezifischen Therapien darstellt, insbesondere hinsichtlich der Förderung von Basisfertigkeiten und sozialer Kompetenzen.

Diskussion und Schlussfolgerung
Der Einbezug von Genesungsbegleitenden stärkt zudem Peer-Kontakte und Vernetzung. Herausforderungen ergeben sich aus der heterogenen Zusammensetzung der Gruppen hinsichtlich Funktionsniveau und individueller Zielsetzungen, was hohe Anforderungen an Struktur, Moderation und kommunikative Kompetenzen der Durchführenden stellt.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Mertins, M. (2026). Über die Diagnose hinaus – Transdiagnostische Ansätze in der Praxis. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3030