Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Lootboxen und Mikrotransaktionen im Kindesalter: Elterliche Perspektiven und Risikoprofile aus der LooMiC-Elternbefragung
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Kernbotschaft/ leicht verständliches Abstract
Mikrotransaktionen und Lootboxen in Videospielen sind ein wichtiges Problem, weil Kinder dabei Geld ausgeben können und es dadurch zu Konflikten in Familien kommen kann.
In dieser Studie wollten wir herausfinden, wie Eltern das Spielverhalten ihrer Kinder wahrnehmen, wie häufig Ausgaben vorkommen und welche Faktoren mit familiären Konflikten zusammenhängen.
Dafür befragten wir Eltern in Deutschland zu ihrem eigenen sowie zum Videospielverhalten ihrer Kinder und zu Erfahrungen mit Ausgaben und Regeln im Umgang mit Spielen.
Wir fanden heraus, dass mehr Wissen über Mikrotransaktionen mit geringeren Ausgaben der Kinder verbunden war und dass längere Spielzeiten sowie Ausgaben mit mehr Konflikten zusammenhingen.
Diese Ergebnisse können helfen, Eltern gezielter zu informieren und Familien im Umgang mit digitalen Kaufmechanismen zu unterstützen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Lootboxen und Mikrotransaktionen gelten als potenziell riskante Elemente digitaler Spiele, da sie Spielbindung fördern und mit finanziellen Ausgaben verbunden sind. Eltern nehmen hierbei eine zentrale Rolle ein, da sie Nutzungsmuster ihrer Kinder beobachten und regulieren können. Gleichzeitig weisen bisherige Studien darauf hin, dass Eltern häufig nur begrenzte Kenntnisse über Lootboxen und Mikrotransaktionen sowie über entsprechende Ausgaben ihrer Kinder haben (1,2). Das Projekt LooMiC ist Teil einer internationalen Befragung. Ziel des Projekts war es, Eltern zu ihrem eigenen sowie zum Videospielverhalten ihrer Kinder zu befragen und Risikoprofile zu identifizieren.
Methoden
Die vorliegenden Analysen beziehen sich auf die deutsche Teilstichprobe (Panelsample, repräsentativ für Alter und Geschlecht, N = 1083). Erfasst wurden unter anderem Wissen über Mikrotransaktionen und Lootboxen, Spielzeiten und Geldausgaben der Kinder, elterliche Regulationsstrategien sowie familiäre Konfliktbelastung. Neben deskriptiven Auswertungen wurden Gruppenvergleiche durchgeführt sowie Zusammenhänge mittels Korrelationen, Regressions- und Subgruppenanalysen untersucht.
Ergebnisse
Digitale Spiele wurden in einem großen Teil der Familien genutzt. Eltern berichteten für Jungen längere Spielzeiten sowie häufiger sichere oder vermutete Geldausgaben für Mikrotransaktionen als für Mädchen. Zudem berichteten viele Eltern Unsicherheit hinsichtlich tatsächlicher Ausgaben ihrer Kinder. Zusammenhangsanalysen ergaben, dass höheres elterliches Wissen über Mikrotransaktionen mit geringeren Geldausgaben der Kinder assoziiert war. Darüber hinaus standen höhere Geldausgaben der Eltern in Zusammenhang mit höheren Ausgaben der Kinder. Regressionsanalysen zeigten, dass längere Spielzeiten, höhere Geldausgaben sowie ein ungünstigeres Familienklima mit erhöhter Konfliktbelastung assoziiert waren. Subgruppenanalysen identifizierten eine Hochrisikogruppe (6,6% der Familien) mit erhöhter Konfliktbelastung und Ausgaben, die durch ungünstigeres Familienklima, jüngere Eltern, längere Spielzeiten sowie häufigeren Zugang zu Zahlungsmöglichkeiten charakterisiert war.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Ergebnisse verdeutlichen die Relevanz von Mikrotransaktionen als Risikofaktor für familiäre Konflikte im Kontext digitalen Spielens. Unsicherheiten der Eltern sowie identifizierte Hochrisikoprofile unterstreichen den Bedarf an zielgruppenspezifischer Aufklärung und Präventionsmaßnahmen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.