Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Adoleszente mit problematischem Medienkonsum und ihre Eltern im digitalen und analogen Raum stärken: Machbarkeit und erste Wirksamkeit von Res@t

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Kerstin Paschke (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Nicolas Arnaud (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Antonia Zapf (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Susanne Lezius (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Katharina Busch (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Jan-Ole Cloes (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Olaf Reis (Universitätsmedizin Rostock), Alexander Prehn-Kristensen (Christian-Albrechts-Universität), Rainer Thomasius (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Digitale Medien-Nutzungsstörungen sind bei Kindern und Jugendlichen häufig und können Alltag, Schule und soziale Beziehungen belasten.
Zur Behandlung wurde das Programm Res@t für Kinder, Jugendliche und Eltern entwickelt und um eine App ergänzt. Machbarkeit und erste Wirksamkeit wurden in klinischen Studien untersucht. Das Gruppenprogramm zeigte gute Umsetzbarkeit und erste positive Effekte. Die Ergebnisse zur App werden ausgewertet. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Res@t könnte künftig in verschiedenen Behandlungssettings eingesetzt werden, und die Versorgung von Familien mit problematischem Medienkonsum verbessern.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Digitale-Medien-Nutzungsstörungen (DMNS) sind ein häufiges Phänomen im Kindes- und Jugendalter mit negativen Auswirkungen auf persönliche, soziale und akademische Lebensbereiche. Etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zeigt neusten Untersuchungen zufolge problematische Nutzungsmuster digitaler Medien. Evidenzbasierte familienzentrierte und altersadaptierte Interventionen, die in verschiedenen Settings eingesetzt werden können, fehlen bislang.

Partizipativ und modellbasiert wurde das modular aufgebaute ressourcenstärkende Gruppentherapieprogramm für Adoleszente mit problematischem Medienkonsum (Res@t-A) und ihre Eltern (Res@t-P) entwickelt, um störungsspezifische Symptome zu lindern und transdiagnostische Fähigkeiten zu fördern.

Methoden
Res@t-A und Res@t-P wurden im Rahmen eines einarmigen unkontrollierten Pilotstudiendesigns (NAdoleszente=74; NEltern=43) hinsichtlich Machbarkeit und vorläufigen Effektschätzungen überprüft. Im Rahmen eines durch den G-BA Innovationsfond geförderten multizentrischen Projektes wurde Res@t in eine App übersetzt und ihre Wirksamkeit mittels cluster-randomisierten Prä-Post-Follow-up-Studie evaluiert (NAdoleszente/Eltern=202). Die Kontrollgruppe (KG) erhielt eine standardisierte kinder- und jugendpsychiatrische/-psychotherapeutische Behandlung (TAU), während die Interventionsgruppe (KG) zusätzlich Zugang zur Res@t-App bekam. Erfasst wurde eine ICD-11-basierte-DMNS-Symptomänderung (primäres Outcome) sowie Stress, emotionale Dysregulation, Achtsamkeit, familiäre Kommunikation (sekundäre Outcomes) über Selbst- und Elternberichte.

Ergebnisse
Die Pilotstudien liefern vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich der Machbarkeit und dem Potenzial von Res@t im klinischen Gruppensetting. Die Datenerhebung zur Res@t-App ist abgeschlossen. Die Ergbebnisauswertung läuft und wird auf dem Kongress vorgestellt.

Diskussion und Schlussfolgerung
Res@t stellt eine innovative Intervention für DMNS bei Kindern und Jugendlichen unter Einbezug ihrer Eltern dar. Es ist in unterschiedlichen Settings einsetzbar und lässt sich um mögliche Benefits eines blended-therapy-Ansatzes erweitern. Das Gruppenformat soll im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie überprüft werden. Erwartete Ergebnisse der Res@t-App sollen die Grundlage für eine mögliche Integration in die klinische Regelversorgung darstellen und Behandlungsoptionen von DMNS sinnvoll erweitern.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Paschke, K., Arnaud, N., Zapf, A., Lezius, S., Busch, K., Cloes, J.-O., … Thomasius, R. (2026). Adoleszente mit problematischem Medienkonsum und ihre Eltern im digitalen und analogen Raum stärken: Machbarkeit und erste Wirksamkeit von Res@t. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3024