Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Cannabiskonsum bei Jugendlichen 2024: Wo steht Deutschland im Europäischen Vergleich?
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Die ESPAD-Studie zeigt, dass in Europa und in Deutschland die meisten Jugendlichen nicht regelmäßig Cannabis konsumieren. Ein kleiner Teil zeigt jedoch problematische Konsummuster. Dieser Anteil ist in jüngster Zeit etwas angestiegen. Obwohl der Cannabiskonsum insgesamt in Europa und Deutschland bei Jugendlichen rückläufig ist, bleibt er ein wichtiges Thema für Prävention.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs, ESPAD) wird seit über 30 Jahren durchgeführt. Sie dient der kontinuierlichen Erfassung von Substanzgebrauch und anderem Risikoverhalten unter Jugendlichen. Ziel dieses Beitrags ist die vergleichende Einordnung der Verbreitung und Trends des Cannabisgebrauchs in Deutschland Europa.
Methoden
Die Daten basieren auf einer standardisierten Querschnittsbefragung von 15. bis 16. jährigen Schüler:innen in Deutschland und 36 weiteren Ländern (n=113.882). Analysiert wurden Lebenszeit- und 30-Tage-Prävalenzen sowie problematischer Konsum mittels "Cannabis Abuse Screening Test (CAST)".
Ergebnisse
Cannabis ist nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Droge von Jugendlichen in Europa. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei ca. 12 % und damit auf historischem Tiefststand seit 1995. Jungen konsumieren etwas häufiger Cannabis als Mädchen (13 % gegenüber 11 %). In Deutschland liegen alle Prävalenzwerte etwas über dem EU-Durchschnitt, gleichzeitig wird Cannabis häufiger als leicht verfügbar eingeschätzt. Riskanter und problematischer Konsum tritt EU-weit bei etwa 1% bis 2 % auf (Deutschland: 2%). Der Anteil an problematisch und riskant Konsumierenden ist in jüngster Zeit angestiegen.
Diskussion und Schlussfolgerung
Trotz rückläufiger Cannabiskonsumtrends von Jugendlichen in Deutschland und Europa besteht weiter Bedarf an Prävention, Früherkennung und Zugangskontrolle.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.