Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Vergleich der Nutzenden eines Glücksspiel-Selbsttests: Standardversion vs. Version in einfacher Sprache

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Raphael Gutsfeld (Institut für Therapieforschung gGmbH, München)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Der Selbsttest in einfacher Sprache stellt eine wichtige Brücke dar, um nicht-muttersprachliche Personen oder Personen mit kognitiven Einschränkungen zu erreichen. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, inwiefern sich diese Personengruppen hinsichtlich Spielverhalten und Problemlagen von Nutzenden des Standardtests unterscheiden. Dies ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die Weiterentwicklung passgenauer niedrigschwelliger Präventions- und Hilfsangebote.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) stellt auf ihrer Homepage einen Selbsttest zum Screening auf Glücksspielverhalten und -probleme zur Verfügung. Neben der Standardversion existiert seit März 2026 eine Version in einfacher Sprache, die die Zugänglichkeit und Niedrigschwelligkeit des Selbsttests für unterschiedliche Zielgruppen verbessern soll. Bislang ist unklar, ob sich die Nutzendengruppen für die Standardversion und die Version in einfacher Sprache strukturell unterscheiden.

Methoden
Unsere Analysen basieren auf Selbsttests, die seit Einführung des Selbsttests in einfacher Sprache im März 2026 ausgefüllt wurden (Standardversion: n = 898 Personen bislang; Version in einfacher Sprache: n = 47 Personen bislang). Wir werden beide Nutzendengruppen hinsichtlich genutzter Spielformen (24 Offline-Glücksspielformen; 10 Online-Glücksspielformen) samt Angaben zu Spielhäufigkeit und -dauer, Geldeinsätze, Gewinn- und Verlustbeträgen, sowie zentralen problemverursachenden Spielformen vergleichen, wobei eine Adjustierung für Alter und Geschlecht erfolgt.

Ergebnisse
Es werden Selbsttestdaten bis einschließlich 15. August 2026 gesammelt. Anschließend werden Gemeinsamkeiten zwischen Nutzenden der Version in einfacher Sprache und Nutzenden der Standardversion herausgearbeitet. Dabei stehen Variablen zu Spielverhalten, Nutzungsmustern sowie problematischen Ausprägungen im Fokus, unter Berücksichtigung der Differenzierung zwischen Online- und Offline-Glücksspielangeboten sowie soziodemographischer Merkmale.

Diskussion und Schlussfolgerung
Der Selbsttest in einfacher Sprache stellt eine wichtige Brücke dar, um nicht-muttersprachliche Personen oder Personen mit kognitiven Einschränkungen zu erreichen. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, inwiefern sich diese Personengruppen hinsichtlich Spielverhalten und Problemlagen von Nutzenden des Standardtests unterscheiden. Dies ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die Weiterentwicklung passgenauer niedrigschwelliger Präventions- und Hilfsangebote.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.



Erklärung zur Finanzierung: Die zugrunde liegende Studie wurde voll vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention im Rahmen der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) finanziell gefördert. Der Freistaat Bayern ist im Rahmen des staatlichen Glücksspielmonopols Anbieter von Glücksspielen über die Staatliche Lotterieverwaltung (Lotterien, Sportwetten und Spielbanken) und übt gleichzeitig die oberste Aufsicht über öffentliche und private Glücksspiele aus.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Gutsfeld, R. (2026). Vergleich der Nutzenden eines Glücksspiel-Selbsttests: Standardversion vs. Version in einfacher Sprache. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3019