Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Tilidin, Fentanyl, Nitazene und andere synthetische Opioide: gibt es ein Problem?

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Norbert Wodarz (Zentrum für Suchtmedizin, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Neue hochwirksame Opioide stellen ein zunehmendes Problem dar und erhöhen die Gefährdung zum Teil neuer Konsumentengruppen, sowie die Anforderungen an das Gesundheits- und Rettungssystem. 

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Der europäische Drogenmarkt verändert sich mit hoher Dynamik. Neben etablierten Substanzen treten neue psychoaktive Stoffe (NPS) auf. Diese sind häufig nur mit aufwändigen Analysemethoden nachweisbar, wirken aufgrund der hohen Wirkpotenz in sehr niedrigen Dosierungen und können zu atypischen oder besonders schweren Intoxikationsverläufen führen. Auch vor dem Hintergrund möglicher Veränderungen der Heroinverfügbarkeit stellt die steigende Zahl hochpotenter synthetischer Opioide eine wachsende Public-Health-Bedrohung für Deutschland dar.

Methoden
Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche und das Erfassen persönlicher Rückmeldungen.

Ergebnisse
Allein 2024 wurden bereits sieben neue Vertreter dieser Substanzgruppe in Europa identifiziert, die bereits zu Todesfällen führten, sämtlich aus der Gruppe der Nitazene.Auch tauchen immer häufiger im Internet bzw. auf dem Schwarzmarkt scheinbar bekannte Medikamente auf (z.B. Oxycodon), die jedoch hochpotente Stoffe (z.B. Nitazene) enthalten. Gleichzeitig verändern sich Konsummuster und Konsumentengruppen (z.B. zunehmend jünger und sozial noch gut integriert). Regionale Häufungen treten oft kurzfristig auf.

Diskussion und Schlussfolgerung
Diese Entwicklungen erhöhen die Anforderungen an das Gesundheits- und Rettungssystem erheblich, da diese NPS häufig nicht mit den üblichen Routine-Drogenscreenings nachweisbar sind und aufgrund der hohen Wirkpotenzen besonders schnell zu lebensbedrohlichen Überdosierungen führen. Mögliche Wege zur Prävention und Harm Reduction werden diskutiert.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich erkläre, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Wodarz, N. (2026). Tilidin, Fentanyl, Nitazene und andere synthetische Opioide: gibt es ein Problem? . Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3018