Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Untersuchungen zur exzitatorisch/inhibitorischen Neurotransmitterbalance mittels Magnetresonanzspektroskopie in Personen mit Substanzgebrauchsstörungen
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Die Ergebnisse dieser MR-Spektroskopioschen Untersuchung sprechen gegen die Annahme einer einfachen, über mehrere Substanzgruppen hinweg konsistenten Neurotransmitter Veränderung und eher für ein differenzierteres Modell, in dem substanzspezifische und vermutlich zustandsabhängige Veränderungen absoluter Metabolitenkonzentrationen in der MRS im Vordergrund stehen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die 1HMagnetresonanzspektroskopie bietet die Möglichkeit, Neurotransmitter-assoziierte Metaboliten in vivo und regionsspezifisch zu erfassen. Dies ist insbesondere für Glutamat und GABA von Interesse, da sie die wichtigsten exzitatorischen beziehungsweise inhibitorischen Neurotransmitter des zentralen Nervensystems repräsentieren und eine veränderte exzitatorisch-inhibitorische Balance als möglicher Mechanismus gestörter Informationsverarbeitung, beeinträchtigter Impulskontrolle und weiterer suchtbezogener Prozesse diskutiert wird. Jedoch gibt es bis dato keine Human-MRS-Studien, die explizit einen Glu/GABA-Quotienten als Proxy für die E/I-Balance in einer Stichprobe mit SUD berichten.
Methoden
In dieser Querschnittsstudie verwendeten wir 1H MRS an einem 3T Tomographen, um Glutamat-, Glx- und GABA-Konzentrationen sowie daraus abgeleitete Maße als Proxy der exzitatorisch-inhibitorischen Balance im ACC und in der Insula zwischen Proband:innen mit Cannabis-, Nikotin- und Opioidabhängigkeit zu vergleichen und mögliche substanzspezifische Muster dieser Veränderungen zu identifizieren.
Ergebnisse
Nach Bereinigung um das Alter und fWM zeigte sich ein signifikanter Gruppeneffekt für die Glu- und Glx-Konzentrationen. In den Dunnett-korrigierten paarweisen Vergleichen zeigte die Opioid-Gruppe eine höhere Glu- und Glx-Konzentration als die Kontrollgruppe.
Nach Bereinigung um den mittleren Frequenzdrift zeigte sich kein signifikanter Gruppeneffekt für das Glx/GABA-Verhältnis. Die übrigen paarweisen Kontrollvergleiche waren nicht signifikant.
Nach Bereinigung um das Alter und fWM zeigte sich kein signifikanter Gruppeneffekt für die Neurotransmitter Konzentrationen in der Insula.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Ergebnisse sprechen eher gegen die Annahme einer einfachen, über mehrere Substanzgruppen hinweg konsistenten Quotientenverschiebung und eher für ein differenzierteres Modell, in dem substanzspezifische und vermutlich zustandsabhängige Veränderungen absoluter Metabolitenkonzentrationen in der MRS im Vordergrund stehen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.