Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

DNA-Methylierungsanalysen zur Aufdeckung geteilter molekularer Pfade von Substanzkonsum und psychischen Komorbiditäten bei Jugendlichen

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Tobias Grothe (Universität Oldenburg), Yulia Golub (Universität Oldenburg)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Jugendliche mit Drogenmissbrauch leiden oft auch unter psychischen Problemen wie Depression oder Trauma. Diese Studie zeigt: Diese Erkrankungen hängen möglicherweise zusammen, weil sich die DNA bei ihnen ähnlich verändert. Gemeinsame Veränderungen in der DNA finden sich bei Jugendlichen, die beide Probleme haben. Diese Erkenntnisse könnten helfen, Risikopersonen früh zu erkennen und gezielt zu unterstützen.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Substanzkonsum im Jugendalter ist häufig mit psychischen Komorbiditäten wie PTSD oder Depression verknüpft. Epigenetische Anpassungen, insbesondere in der DNA?Methylierung, könnten gemeinsame molekulare Pfade aufzeigen, durch die diese Phänotypen sich verstärken. Ziel dieses Beitrags ist es, durch differenzielle Methylierungsanalysen und integrierte Netzwerk?Analysen geteilte biologische Signaturen von Substanzkonsum und psychischen Störungen bei Jugendlichen zu identifizieren und deren klinische Relevanz zu diskutieren.

Methoden
Wir analysierten Blut?DNA von n?=?81 Jugendlichen (Alter 13?18?Jahre) aus einer psychiatrischen Ambulanz (40?% mit Substanzkonsumstörung, engl. SUD). DNA?Methylierung wurde mit Illumina?EPIC?Arrays (850?k CpG?Sites) quantifiziert. Psychometrische Erhebungen (u.a. DIPS, UCLA-PTSD, BDI-II) ermöglichten eine detaillierte Phänotypisierung und die Klassifizierung von Substanzkonsum sowie komorbiden Störungen. Differenzielle Methylierungsanalysen wurden für (i) SUD, (ii) PTSD/Depression und (iii) kombinierte Phänotypen durchgeführt. Anschließend wurden differentielle Methylierungsregionen identifiziert und in einer gewichteten Gen-Korrelations-Netzwerkanalyse (engl. WGCNA) integriert.

Ergebnisse
(vorläufig) Die differenzielle Methylierungsanalyse identifizierte etwa 20?30 CpG?Sites, die mit einer SUD assoziiert waren (FDR?<?0,05), und 10?20 CpG?Sites, die mit PTSD bzw. Depression korrelierten. In den kombinierten Gruppen überlappten 10?15 dieser Sites, insbesondere in Genen des Glukokortikoid?Signalwegs. Die WGCNA ergab vier Module; das größte Modul zeigte eine signifikante Korrelation mit Substanzkonsum (r???0,5, p?<?0,01).

Diskussion und Schlussfolgerung
DNA?Methylierung liefert nachvollziehbare molekulare Schnittstellen zwischen Substanzkonsum und psychischen Komorbiditäten im Jugendalter. Die identifizierten epigenetischen Marker und Netzwerke könnten als prognostische Biomarker für ein erhöhtes Risiko sowie als Ansatzpunkte für präventive Interventionen dienen.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Grothe, T., & Golub, Y. (2026). DNA-Methylierungsanalysen zur Aufdeckung geteilter molekularer Pfade von Substanzkonsum und psychischen Komorbiditäten bei Jugendlichen. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3010