Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Evidenz aus Sicht eines Mental Health Professionals

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Daniela Eser-Valeri (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Vorgestellt wird die wissenschaftliche Evidenz für Kriterien zur Einschätzung des Rückfallrisikos nach Lebertransplantation und die Datenlage zur strukturierten psychosozialen Evaluation dieser Transplantationspatienten

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Die alkohol-assoziierte Leberzirrhose stellt eine der häufigsten Indikationen zur Lebertransplantation dar. Im Sinne einer Indikationsbeschränkung wird bei Patienten mit alkohol-assoziierter Lebererkrankung in zahlreichen Ländern eine 6-monatige Alkoholabstinenzperiode vor Aufnahme in die Warteliste gefordert.

Methoden
Neben einer potentiellen Verbesserung der Leberfunktion, wird diese Abstinenzregel mit einer Reduktion des Rückfallrisikos nach Transplantation begründet.

Gleichzeitig muss diese Abstinenzregel jedoch vor dem Hintergrund des hohen Mortalitätsrisikos von Patienten mit fortgeschrittener, irreversibler alkohol-assoziierter Lebererkrankung und kürzerer Abstinenzdauer hinterfragt werden.

Ergebnisse
Internationale Studien belegen, dass bei diesen Patienten die Mortalität durch eine frühe Lebertransplantation, signifikant gesenkt werden kann und das Rückfallrisiko durch eine strukturierte Patientenauswahl vertretbar ist.

Auch in Deutschland besteht seit 2015 die Möglichkeit, dass Transplantationszentren, in begründeten Ausnahmefällen, bei hoher Dringlichkeit und Erfolgsaussicht von der 6-Monatsbstinnezregel abweichen.

Dabei hat die Einschätzung des Rückfallrisikos und der zukünftigen Adhärenz durch Mental Health Professional besondere Bedeutung. Bislang liegen hierzu jedoch keine verbindlichen Kriterien vor.

Diskussion und Schlussfolgerung
Vorgestellt wird die wissenschaftliche Evidenz für Kriterien zur Einschätzung des Rückfallrisikos nach Lebertransplantation und die Datenlage zur strukturierten psychosozialen Evaluation dieser Transplantationspatienten.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich erkläre, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Eser-Valeri, D. (2026). Evidenz aus Sicht eines Mental Health Professionals. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/3002