Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Mehr als nur Rauch? Veränderungen von Konsumfrequenz und problematischem Cannabiskonsum bei 18- bis 25-Jährigen nach der Teillegalisierung in Deutschland: Ergebnisse der International Cannabis Policy Study (ICPS)
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Die Jugend und das junge Erwachsenenalter sind wichtige Entwicklungsphasen für das Gehirn. Häufiger Cannabiskonsum kann in dieser Zeit das Risiko für Konzentrationsprobleme, psychische Erkrankungen und eine Cannabisabhängigkeit erhöhen. Seit April 2024 ist Cannabis in Deutschland teilweise legal. Die Studie untersucht, ob sich der Cannabiskonsum bei 18- bis 25-Jährigen seit der Gesetzesänderung verändert hat. Besonders betrachtet werden häufiger Konsum und problematische Konsummuster. Die Daten stammen aus jährlichen Onlinebefragungen der Jahre 2023, 2024 und 2025. Analysiert wurden junge Menschen aus Deutschland, die in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert haben. Für 2024 werden keine größeren Veränderungen erwartet, für 2025 könnten sich erste Hinweise auf Veränderungen im Konsumverhalten zeigen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Adoleszenz und das junge Erwachsenenalter sind durch fortdauernde neurobiologische Reifungsprozesse gekennzeichnet und stellen eine sensible Entwicklungsphase im Hinblick auf substanzbezogene Risiken dar. In diesem Kontext ist Cannabiskonsum – insbesondere bei hoher Konsumfrequenz – mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen, psychische Störungen sowie die Entwicklung von Substanzgebrauchsstörungen assoziiert [1]. Darüber hinaus weisen empirische Befunde darauf hin, dass Veränderungen im rechtlichen Status von Cannabis das Konsumverhalten beeinflussen können [2]. In Deutschland wurde im April 2024 eine Teillegalisierung von Cannabis zu Freizeitzwecken umgesetzt. Ziel der vorliegenden Analyse ist es, Veränderungen in der Konsumfrequenz sowie im Anteil von Personen mit Cannabiskonsum und problematischen Konsummustern nach der Teillegalisierung bei 18- bis 25-Jährigen zu untersuchen.
Methoden
Die Datengrundlage bilden die 6. (2023), 7. (2024) und 8. (2025) Erhebungswelle der International Cannabis Policy Study (ICPS), einer jährlich durchgeführten Onlinebefragung. In die Analysen wurden Personen im Alter von 18 bis 25 Jahren aus Deutschland einbezogen, die in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert haben. Zur Untersuchung zeitlicher Veränderungen in der Konsumfrequenz sowie im Anteil von Personen mit problematischen Konsummustern wurden multivariable logistische Regressionsmodelle geschätzt. Der Effekt des Erhebungsjahres wurde dabei unter Adjustierung für relevante Kovariaten modelliert.
Ergebnisse
Untersucht wird, ob der Anteil von Personen mit (fast) täglichem Cannabiskonsum sowie der Anteil von Personen mit problematischem Cannabiskonsum in den Jahren nach der Teillegalisierung im Vergleich zum Referenzjahr 2023 signifikant erhöht ist.
Diskussion und Schlussfolgerung
Auf Grundlage bisheriger empirischer Befunde ist davon auszugehen, dass regulatorische Veränderungen nicht zwangsläufig kurzfristige Effekte auf das Konsumverhalten entfalten. Für das Jahr 2024 sind daher keine zwingend signifikanten Veränderungen zu erwarten. Für das Jahr 2025 könnten sich hingegen erste Hinweise auf Veränderungen der Konsumfrequenz sowie des Anteils von Personen mit problematischem Cannabiskonsum zeigen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.