Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Versorgen, forschen, implementieren? Eine kritische Bestandsaufnahme von Versorgungsforschung und -Umsetzung mit Bezug zu (Substanz-)Konsumstörungen in Deutschland
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Gute Forschung allein verbessert die Versorgung noch nicht. An Beispielen aus Innovationsfondsprojekten zeigt der Beitrag, warum erfolgreiche Ansätze für Menschen mit (Substanz-)Konsumstörungen oft nicht dauerhaft in der Praxis ankommen. Daraus werden Ansatzpunkte für eine praxisnahe, beteiligungsorientierte und besser umsetzbare Versorgungsforschung in Deutschland abgeleitet.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Versorgungsforschung zielt darauf ab, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen die Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung zu schaffen. Mit den Projekten des Innovationsfonds wurden in den vergangenen Jahren auch im Bereich der Versorgung von Menschen mit (Substanz-)Konsumstörungen neue Versorgungsansätze, sektorenübergreifende Kooperationsformen und evidenzbasierte Interventionen entwickelt und erprobt. Damit sind wichtige Impulse für eine stärkere Praxisorientierung und Weiterentwicklung der Regelversorgung verbunden. Zugleich zeigt sich, dass erfolgreiche Modellprojekte und wissenschaftlich evaluierte Ansätze nicht automatisch in eine nachhaltige Versorgung überführt werden. Vor diesem Hintergrund nimmt der Beitrag die Frage in den Blick, warum wissenschaftliche Erkenntnisse trotz positiver Impulse häufig nur verzögert oder unvollständig in der Versorgungspraxis ankommen. Hierzu werden aktuelle und abgeschlossene Projekte aus dem Bereich der (Substanz-) Konsumstörungen exemplarisch unter besonderer Berücksichtigung von Projekten im Kontext des Innovationsfonds dargestellt.
Methoden
Der Beitrag basiert auf einer (systematischen) Dokumentenanalyse der Abschlussberichte bisher durchgeführter Projekte des Innovationsfonds unter Berücksichtigung von Neue Versorgungsformen und Versorgungsforschungsprojekten
Ergebnisse
Diese werden insbesondere auf ihren Transfer in die Versorgung analysiert. Zusätzlich werden weitere einschlägige Projekte aus diesem Forschungsbereich in die Auswertung einbezogen.
Diskussion und Schlussfolgerung
Ziel des Beitrags ist es, Ansatzpunkte für eine stärker partizipative, praxisnahe und implementierungsorientierte Versorgungsforschung für die (Substanz-)Konsumstörungen zu skizzieren und die Diskussion über einen wirksameren Wissenstransfer in Suchthilfe und Suchtmedizin in Deutschland zu fördern.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden:
CL ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem vom Innovationsfonds finanzierten Projekt StroConnect beschäftigt. Darüber hinaus war CL Mitglied der Ad-hoc-Kommission „Innovationsfonds“ des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung und hat die Kommission auf Kongressen vertreten und eine finanzielle Aufwandsentschädigung für Reise- und Kongresskosten erhalten.
IS hat Drittmittel aus dem Innovationsfond für die Projekte PRAGMA, ADAPT und OPTIVERO erhalten.
BS war als wissenschaftlicher Koordinator in dem vom Innovationsfonds finanzierten Projekt PRAGMA beschäftigt
MH ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung.