Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Transdiagnostische und störungsspezifische Merkmale bei substanzgebundenen und verhaltensbezogenen Abhängigkeiten - Eine klinische Vergleichsstudie bei jungen Erwachsenen

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Klaus Wölfling (Therapeutische Gemeinschaft Jenfeld, Alida Schmidt-Stiftung, Hamburg & Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Klaus Wölfling ( Therapeutische Gemeinschaft Jenfeld, Alida Schmist-Stiftung, Hamburg & Universitätsmedizin Mainz) stellt eine versorgungsforschungsbasierte Vergleichsstudie von jungen, erwachsenen Inanspruchnehmenden einer Suchtklinik vor, die substanzgebundene und verhaltensbezogene Abhängigkeiten untersucht und transdiagnostische sowie störungsspezifische Unterschiede in Suchtseverity und psychischen Korrelaten analysiert.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Substanzgebundene und verhaltensbezogene Suchtstörungen werden zunehmend als klinisch relevante und teilweise überlappende Störungsbilder verstanden. Aktuelle Modelle betonen transdiagnostische Mechanismen, darunter dysfunktionale Nutzungsmuster, Bindungsprozesse sowie kognitive Verzerrungen. Ziel der Studie ist es, gemeinsame und störungsspezifische Merkmale unterschiedlicher Suchtformen in klinischen Versorgungssettings zu untersuchen.

Methoden
Es handelt sich um eine querschnittliche Untersuchung einer klinischen Stichprobe von Patient:innen einer spezialisierten Suchtklinik mit Diagnosen aus den Bereichen Alkohol-, Cannabis-, Glücksspiel- und Computerspielabhängigkeit. Die Erfassung der Störungsschwere erfolgt substanzübergreifend sowie spezifisch mittels etablierter Instrumente, darunter die Assessment of Internet and Computer Game Addiction Scale (AICA-S), die Problematic Pornography Consumption Scale (PPCS-6) sowie das Berlin Inventory of Gambling behavior – Screening (BIG-S). Zusätzlich werden psychische Variablen (u. a. affektive Symptomatik, soziale Ängstlichkeit und kognitive Verzerrungen) erhoben. Gruppenvergleiche und multivariate Analysen werden eingesetzt, um transdiagnostische und störungsspezifische Muster zu identifizieren.

Ergebnisse
Es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Ausprägung der Suchtseverity sowie der begleitenden psychischen Variablen zwischen den Störungsgruppen berichtet. Erste Analysen deuten darauf hin, dass sowohl substanzgebundene als auch verhaltensbezogene Abhängigkeiten durch gemeinsame transdiagnostische Faktoren charakterisiert sind, die mit der Symptomschwere korrelieren. Gelichzeitig zeigen sich differenzielle Muster in der Ausprägung generalisierter Angstsymptomatik, depressiven Symptomen und suchtspezifischen kognitiven Verzerrungen.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis gemeinsamer und störungsspezifischer Mechanismen von Abhängigkeitserkrankungen bei. Dies hat Implikationen für die Weiterentwicklung transdiagnostischer Behandlungsansätze sowie für eine differenzielle Indikationsstellung in der klinischen Versorgung.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.



Erklärung zur Finanzierung: Therapeutische Gemeinschaft Jenfeld, Alida Schmidt-Stiftung, Hamburg und Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Eigenmittel aus Behandlungserlösen

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Wölfling, K. (2026). Transdiagnostische und störungsspezifische Merkmale bei substanzgebundenen und verhaltensbezogenen Abhängigkeiten - Eine klinische Vergleichsstudie bei jungen Erwachsenen. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2996