Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Vom Risiko zum Mehrwert: Positive Rahmung als Strategie der Wissenschaftskommunikation zu Alkohol
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Empfehlungen raten dazu, weniger oder gar keinen Alkohol zu trinken. Solche Botschaften kommen aber oft schlecht an. Viele Menschen fühlen sich bevormundet und lehnen sie ab. Warnungen und Risikohinweise allein funktionieren daher nicht gut.
Das hier vorgestellte Infoposter stellt nicht die Gefahren des Alkohols in den Vordergrund, sondern die Vorteile eines reduzierten Konsums. Die Botschaft wird positiv und einladend formuliert. So soll sie mehr Menschen erreichen und zum Nachdenken anregen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Neuere Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol setzen den Fokus auf Konsumreduktion bzw. -verzicht und markieren damit einen deutlichen Paradigmenwechsel in der Kommunikation präventiver Botschaften. Dieser Wandel birgt Herausforderungen: Strengere Empfehlungen können Reaktanz auslösen, insbesondere dann, wenn sie als Einschränkung persönlicher Freiheit wahrgenommen werden. Gleichzeitig gilt Alkohol gesellschaftlich als normalisiertes, teils sogar glorifiziertes Suchtmittel, weshalb eine kritische Auseinandersetzung im Alltag häufig vermieden wird.
Klassische, risikobasierte Kommunikationsansätze stoßen in diesem Kontext an ihre Grenzen. Sachliche Risikodarstellungen werden von Zielgruppen mitunter als belehrend empfunden und lösen Abwehrreaktionen aus, anstatt Offenheit zu fördern. Die intendierte Botschaft erreicht die Zielgruppe damit nicht, wird hinterfragt oder abgelehnt.
Forschungsbefunde aus der Gesundheitskommunikation zeigen demgegenüber, dass positiv rahmende und emotional ansprechende Botschaften wirksamer sind. Sie wecken Neugier, erzeugen Sympathie und erhöhen die Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung. Anstatt Risiken und Verbote in den Vordergrund zu stellen, rücken solche Ansätze den persönlichen Mehrwert gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen in den Fokus.
Methoden
Der vorliegende Beitrag stellt ein Infoposter vor, das diesen Ansatz für die Kommunikation neuerer Alkoholempfehlungen operationalisiert. Das Poster verzichtet bewusst auf mahnende Risikobotschaften und setzt stattdessen auf die positive Rahmung von Konsumreduktion und -verzicht.
Ergebnisse
Ziel ist es, einen wissenschaftlich fundierten Paradigmenwechsel so aufzubereiten, dass er für unterschiedliche Zielgruppen alltagstauglich, verständlich und einladend wirkt.
Diskussion und Schlussfolgerung
Der Beitrag diskutiert die zugrunde liegenden kommunikationswissenschaftlichen Prinzipien, reflektiert die gestalterischen Entscheidungen des Posters und ordnet den Ansatz in den breiteren Kontext gelingender Wissenschaftskommunikation ein.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.