Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Symptomschwere und physiologischer Stressreaktion in Betroffenen mit einer Glücksspielabhängigkeit
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Stress ist ein relevanter Risikofaktor für pathologisches Glücksspielen. Wir untersuchen in dieser Studie, wie sich die Reaktion auf psychosozialen Stress in Menschen mit pathologischem Glücksspiel von gesunden Kontrollen unterscheiden. Zudem untersuchen wir den Zusammenhang zwischen der Erkrankungsschwere und Stresshormonen. Erste Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen Symptomen der Erkrankung und Stresshormonen. Diese Ergebnisse können einen wichtigen Beitrag für das biologische Verständnis der Erkrankung liefern.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Psychosozialer Stress gilt als relevanter Faktor in der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Glücksspielabhängigkeit (engl. Gambling Disorder, GD). Hinweise aus Vorarbeiten deuten auf Veränderungen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse bei Betroffenen hin. Ziel der vorliegenden Studie ist u.a. die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Erkrankungsschwere und der hormonellen Stressantwort auf psychosozialen Stress (ACTH und Cortisol) induziert durch den Trier Social Stress Test (TSST).
Methoden
In einer laufenden Fall-Kontroll-Studie werden Patienten mit GD und gesunde, nach Alter, Geschlecht und Nikotinkonsum gematchte Kontrollen untersucht. Erhoben werden soziodemografische und klinische Daten sowie psychometrsiche Maße, darunter die Gambling Attitudes and Beliefs Scale (GABS), Gambling Craving Scale und Pathological Gambling – Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (PG-YBOCS). Die physiologische Stressreaktion auf sozialen Stress wird mittels des TSSTs induziert. Dabei erfolgen zu festgelegten Zeitpunkten Blutentnahmen zur Bestimmung von ACTH sowie Speichelproben zur Bestimmung von Cortisol.
Ergebnisse
Erste Zwischenauswertungen deuten auf einen negativen Zusammenhang zwischen der Ausprägung Glücksspiel-spezifischer Kognitionen und basalen ACTH-Werten hin. In der präsentierten Teilstichprobe zeigte sich eine negative Korrelation zwischen der GABS und ACTH, auch unter Berücksichtigung einer Ausreißerprüfung.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die vorläufigen Ergebnisse sprechen dafür, dass die Schwere der Erkrankung, hier in Form Glücksspiel-spezifischer Kognitionen, mit Parametern der endokrinen Stressantwort assoziiert sein könnten. Die finale Auswertung eines größeren Kollektivs soll zur besseren Charakterisierung der Stressphysiologie bei GD beitragen. Der Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Erkrankungsschwere und einer Veränderung biologischer Stressmarker hätte klinische Relevanz, insbesondere für personalisierte Behandlungsansätze.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Die Arbeit wird gefördert mit finanzieller Unterstützung durch die "Hochschulinterne Leistungsförderung (HiLF)" der Medizinischen Hochschule Hannover