Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Beeinflussung von Alkoholverlangen mittels virtueller Realität und transkranieller Magnetstimulation: Eine Studie zu neurophysiologischen Markern und Hirnkonnektivität
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Die Studie kombiniert nicht-invasive Hirnstimulation, Virtual Reality und Neuroimaging, um die neurobiologischen Mechanismen von Craving bei Alkoholabhängigkeit besser zu verstehen. Die erwarteten Ergebnisse könnten zur Identifikation prädiktiver Biomarker beitragen und die Entwicklung personalisierter, neurobiologisch fundierter Therapieansätze unterstützen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Alkoholabhängigkeit ist eine häufige und schwerwiegende Erkrankung, bei der insbesondere Craving einen zentralen Risikofaktor für Konsum und Rückfälle darstellt. Bestehende Therapien adressieren Craving nur unzureichend. Nicht-invasive Hirnstimulation, insbesondere die kontinuierliche Theta-Burst-Stimulation (cTBS), zeigt Potenzial zur Modulation suchtassoziierter Netzwerke. In Kombination mit Virtual Reality (VR), die eine standardisierte und zugleich realitätsnahe Induktion von Craving ermöglicht, ergibt sich ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung von Craving. Ziel der Studie ist es, die Effekte frontopolarer cTBS auf psychologische und physiologische Craving-Marker sowie deren neurobiologische Grundlagen zu untersuchen.
Methoden
Es werden 34 Patient:innen (18–65 Jahre) mit ICD-10-Diagnose einer Alkoholabhängigkeit eingeschlossen. Alle Teilnehmenden erhalten insgesamt 15 cTBS-Sitzungen verteilt über fünf Tage. Die Stimulation erfolgt am linken frontopolaren Kortex (Fp1). Craving wird vor und nach der TMS Intervention durch Virtual-Reality-basierte Cue-Exposition (VR-CE) induziert und erfasst. Erfasst werden psychologisches Craving sowie physiologische Parameter (Herzrate, Hautleitfähigkeit, Hauttemperatur) als indirekte Marker für Craving. Zu Beginn werden strukturelle, funktionelle und diffusionsgewichtete MRT-Daten zur Analyse individueller Hirnkonnektivität und Lokalisierung des Frontalpols für die neuronavigierte TMS-Intervention erhoben.
Ergebnisse
Der primäre Endpunkt ist die Veränderung des psychologischen Cravings durch die TMS-Intervention. Sekundäre Endpunkte umfassen TMS-induzierte Veränderungen physiologischer Marker während VR-CE sowie Zusammenhänge zwischen dem Therapieansprechen und basaler Hirnkonnektivität. Es wird erwartet, dass cTBS zu einer Reduktion des psychologischen Cravings führt und zugleich physiologische Marker positiv beeinflusst. Zudem wird angenommen, dass individuelle Konnektivitätsmuster das Ausmaß der Craving-Reduktion vorhersagen.
Diskussion und Schlussfolgerung
Durch den multimodalen Ansatz der nicht-invasive Hirnstimulation, VR und Neuroimaging integriert, zielt diese Studie darauf ab, unser Verständnis der neurobiologischen Mechanismen zu vertiefen, die dem Craving bei Alkoholabhängigkeit zugrunde liegen. Die erwarteten Ergebnisse könnten dazu beitragen, prädiktive Biomarker für das Ansprechen auf Behandlungen zu identifizieren und die Entwicklung personalisierter, neurobiologisch fundierter Interventionen für Alkoholabhängigkeit zu unterstützen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.