Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Erst smart. Dann phone - Elternpakt für eine smartphonefreie Grundschulzeit
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Eigene Smartphones von Kindern sind längst zur Norm geworden. Allein gegen den gesellschaftlichen Trend zu entscheiden, ist kaum möglich. Hier setzt das Präventionsprogramm „Erst smart. Dann phone“ an: Statt individueller Entscheidungen werden gemeinsame Elternabsprachen angestrebt. Erfahrungen der Initiative „Smarter Start ab 14“ zeigen, dass viele Eltern bereit wären, mit dem Smartphone ihrer Kinder zu warten – wenn auch andere Eltern mitmachen. Vorbild ist ein Erfolgsmodell aus Irland. Kern des Programms ist eine freiwillige Selbstverpflichtung der Eltern, ihrem Kind im Grundschulalter kein eigenes internetfähiges Smartphone zu überlassen und keine eigenen Social-Media-Accounts zu erlauben. So entsteht gemeinsamer Schutz und neue Normalität.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Eine der größten Herausforderungen für Familien ist der Umgang mit möglichen negativen Auswirkungen von Social Media, Online Games, Streaming und KI auf Kinder. Eng damit verbunden ist die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das erste Smartphone. Eltern fühlen sich unter Druck gesetzt, weil „alle anderen auch eins haben“, während gleichzeitig die Sorge um Entwicklung, mentale Gesundheit und Sicherheit wächst. Was wäre, wenn es einen einfachen Weg gäbe, die Situation gemeinsam aufzulösen?
Methoden
In Greystones, einer Kleinstadt südlich von Dublin, haben 2023 acht Grundschulen eine Lösung gefunden: Schulleitungen und Elternvertretungen ermöglichten ein freiwilliges Bündnis, mit dem Eltern vereinbaren, mit Smartphone und Social Media bis zum Ende der 6. Klasse zu warten. Die große Mehrheit der Eltern unterzeichnete diesen „Greystones Pact“. Ergebnis: Praktisch alle Kinder unter 12 bzw. 13 Jahren haben heute weder Smartphones noch Social Media. Die Initiative basiert auf einem einfachen Prinzip: Wenn viele mitmachen, verschwindet der soziale Druck. Es wird normal, kein Smartphone zu haben. Kein Elternteil muss alleine gegen den Strom schwimmen und es entsteht Herdenschutz. Denn alleine “Nein” zu sagen ist schwer. Gemeinsam “Noch nicht” zu sagen ist leicht.
Ergebnisse
Unser Präventionsprogramm „Erst smart. Dann phone“ ist ein Angebot an Grundschulen, die einen ähnlichen freiwillige Elternpakt unterstützen möchten. Unsere Erfahrung zeigt: Viele Eltern würden warten, wenn sie nur wüssten, dass andere Eltern es auch tun.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Zuhörenden erhalten Einblicke in die praktische Umsetzung des Elternpakts sowie ein Verständnis dafür, warum kollektive Lösungen wirksamer sind als individuelle Appelle. Zudem werden Impulse vermittelt, wie Medienkompetenz altersgerecht aufgebaut werden kann.
Der Vortrag zeigt, wie bereits heute eine Bewegung entsteht, die Kindern wieder mehr Raum für eine gesunde, selbstbestimmte Kindheit eröffnet.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.