Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Nachwuchs für Suchtforschung- und -therapie – Ergebnisse der Nachwuchsgruppe der DG-Sucht zu Fortbildungsbedarf, Stigma und Attraktivität des Feldes
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Zu wenig Nachwuchs in Suchtforschung und -therapie ist ein wichtiges Problem, weil sonst langfristig die Versorgung von Menschen mit Suchterkrankungen leidet.
Wir wollten herausfinden, was junge Fachkräfte brauchen und welche Angebote das Arbeitsfeld für sie attraktiv machen.
- **Methode stark vereinfacht**
Dafür haben wir zwei Fortbildungsformat für Nachwuchskräfte (Autumn Schools) ausgewertet, Materialien entwickelt und eine Befragung unter Teilnehmenden durchgeführt.
Wir fanden heraus, dass praxisnahe Formate mit echter Mitgestaltung, Austausch und Unterstützung besonders gut ankommen.
Diese Ergebnisse können helfen, Angebote so zu gestalten, dass mehr Nachwuchs gewonnen und gehalten wird.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften stellt eine zentrale Herausforderung für das Feld der Suchtforschung und -therapie dar. Vor diesem Hintergrund präsentiert das Symposium zentrale Ergebnisse aus zwei Autumn Schools der DG-Sucht-Nachwuchsgruppe und leitet daraus Implikationen für Fortbildungsangebote und die Attraktivität des Feldes ab.
Methoden
In der Autumn School 2024, lag der Schwerpunkt auf dem Thema Cannabis im Kontext der Legalisierung in Deutschland. In einem interdisziplinären Setting wurde ein praxisorientierter Leitfaden für Fachkräfte entwickelt, der evidenzbasierte Informationen zu Gesundheitsrisiken sowie konkrete Handlungsempfehlungen im Umgang mit Konsument:innen bündelt. Das Ergebnis ist ein kompakter Flyer, der insbesondere jungen Fachkräften Orientierung bietet und niedrigschwellig zugänglich ist.2025 lag dann der Fokus auf der Stigmatisierung von Menschen mit Suchterkrankungen. Hier wurden im Rahmen partizipativer Arbeitsprozesse Kommunikations- und Social-Media-Konzepte zur Unterstützung der bundesweiten Kampagne „Open Hearts – Open Minds“ erarbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass solche Formate nicht nur zur Sensibilisierung beitragen, sondern auch die Vernetzung zwischen Forschung und Praxis stärken.
Ergebnisse
Ergänzend werden Befragungsdaten zum Fortbildungsbedarf und zu Erwartungen des Nachwuchses vorgestellt. Diese verdeutlichen den hohen Stellenwert von Forschungsförderung, Möglichkeiten zur aktiven Mitarbeit sowie niederschwelligen Vernetzungsangeboten. Gleichzeitig zeigen sich strukturelle Herausforderungen wie begrenzte Fördermöglichkeiten, Fluktuation und fehlende Beteiligungsformate.
Diskussion und Schlussfolgerung
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass partizipative, praxisnahe Formate ein großes Potenzial haben, Nachwuchskräfte zu gewinnen, zu vernetzen und langfristig für die Felder der Suchtforschung und -therapie zu begeistern.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.