Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Prävention von exzessiver Mediennutzung und (Cyber-)Mobbing bei Schüler/-innen der Klassenstufen 4, 5 und 6 aller Schulformen: Evaluationsergebnisse, Umsetzung und Ausblick des Programms „Max & Min@“

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Lena Butter (Villa Schöpflin gGmbh - Zentrum für Suchtprävention)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Ab ungefähr zehn Jahren nutzen Kinder digitale Medien allein. Dabei kann das Risiko steigen, dass sie die Medien zu viel nutzen. 


Max & Min@ ist ein Programm für die Schule (Klasse 4 bis 6). Es hilft Kindern, zu viel Mediennutzung zu erkennen und respektvoll miteinander umzugehen. Eltern und Lehrkräfte werden dabei mit einbezogen.


Eine Studie von 2018 hat gezeigt, dass das Programm seine Ziele erreicht. Seitdem wird das Programm in ganz Deutschland von der Villa Schöpflin verbreitet. Die KKH – Kaufmännische Krankenkasse fördert das Programm. Zurzeit findet eine neue Studie zum Programm statt.


Der Vortrag beschreibt das Programm, wichtige Erfahrungen aus der Praxis und gibt Einblick in die Studien.


 

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Ab ca. zehn Jahren nutzen viele Kinder digitale Medien eigenständig. Studien zeigen, dass damit das Risiko für exzessive Mediennutzung steigt. Zudem gilt der Schulwechsel in Klasse 5 als sensible soziale Phase, in der das Risiko für (Cyber-) Mobbing aufgrund der neuen Klassenzusammensetzung erhöht sein kann.

Methoden
Max & Min@ ist ein interaktives Programm zur universellen Prävention schädlicher Mediennutzung im Setting Schule für Klasse vier bis sechs aller Schulformen. Im Mittelpunkt des Programmes steht der interaktive Schulklassenworkshop (Modul 1 und 2). Ziele sind die Reflexion des eigenen Medienhandelns, das Erkennen exzessiver Mediennutzung sowie die Sensibilisierung für das Thema (Cyber-)Mobbing. Bei der Veranstaltung für Eltern und Erziehungsberechtigte (Modul 3) präsentieren die Schüler/-innen Ergebnisse aus dem Schulklassenworkshop und sensibilisieren ihre Eltern und Erziehungsberechtigten für die Bedeutung der Medienerziehung. Ergänzend können Lehrkräfte und Fachkräfte der Schulsozialarbeit an einer Fortbildung (Modul 4) teilnehmen und ihr Wissen zu den Themen exzessive Mediennutzung und (Cyber-)Mobbing erweitern.

Ergebnisse
Die Zielerreichung des Programms wurde 2018 durch Univation – Institut für Evaluation GmbH evaluiert. Die Evaluationsergebnisse zeigten, dass das Programm erfolgreich implementiert werden kann, von den beteiligten Zielgruppen eine hohe Akzeptanz erfährt und die angestrebten Ziele erreicht werden. Seit 2019 wird das Programm bundesweit durch ein Train-the-Trainer-Konzept von der Villa Schöpflin gGmbH verbreitet und weiterentwickelt, finanziert durch die KKH – Kaufmännische Krankenkasse. Es wird in 15 Bundesländern umgesetzt. Aktuell wird eine weitere Effektstudie durch das Evaluationsinstitut Univation durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie werden im Frühjahr 2028 erwartet.

Diskussion und Schlussfolgerung
Der Beitrag gibt Einblicke in die Evaluation und Umsetzung des Programms „Max & Min@“ und zeigt, wie ein schulbasiertes Präventionsprogramm einen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz im schulischen Kontext und zur Förderung der Medienerziehung im familiären Umfeld leisten kann. Vorgestellt werden zentrale Erkenntnisse aus der Praxis sowie aus der wissenschaftlichen Begleitung. Abschließend werden Perspektiven für die Weiterentwicklung diskutiert.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Die Autorinnen erklären, dass keine persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit beeinflusst haben könnten. Die Netzwerkbetreuung sowie Teile der Materialkosten (ca. 50 %) werden durch die KKH – Kaufmännische Krankenkasse gefördert.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Butter, L. (2026). Prävention von exzessiver Mediennutzung und (Cyber-)Mobbing bei Schüler/-innen der Klassenstufen 4, 5 und 6 aller Schulformen: Evaluationsergebnisse, Umsetzung und Ausblick des Programms „Max & Min@“. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2974