Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Beschreibung einer Forschungsmethodik für die Früherkennung der Risikofaktoren von Sucht und Ko-Abhängigkeit
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Die Studie beschreibt eine neue Methode zur Früherkennung von Risiken wie Sucht und Co-Abhängigkeit in Kasachstan. Bisher fehlen dafür strukturierte Ansätze. Es wurden zwei Testversionen entwickelt: eine sehr empfindliche und eine kürzere, gezieltere. Über 3.000 Personen nahmen teil, ergänzt durch Interviews, Schulungen und Beratungen. Untersucht wurden u. a. Risiken für Depression, Suizid, Aggression und Glücksspiel. Die Ergebnisse zeigen einen großen Bedarf an einfachen Diagnoseinstrumenten. Die Methode erwies sich als flexibel und hilfreich, um Risiken früh zu erkennen und passende Präventionsmaßnahmen einzuleiten.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Suchtprävention in Kasachstan beschränkt sich derzeit auf eine geringe Anzahl an Methoden, darunter pädagogische und angewandte Ansätze. Es fehlt jedoch eine strukturierte Forschungsmethodik, welche die Faktoren analysiert, die für die Früherkennung von Risiken für das Auftreten oder die Entwicklung abweichenden Verhaltens – vom Autor als Ko-Abhängigkeit und Sucht klassifiziert – relevant sein könnten.
Methoden
Dieser Beitrag stellt zwei Varianten einer neu entwickelten Forschungsmethodik vor: eine hochsensitive Screening-Version zur maximalen Risikoerfassung und eine spezifischere, optimierte Version (mit reduzierter Fragenanzahl und drei Fokus-Faktoren). Beide Versionen wurden in einer Studie mit Teams verschiedener Organisationen in den Städten Astana, Almaty und Schtschutschinsk in Kasachstan eingesetzt. Neben dem Test selbst umfasste der zweite Schritt der Faktorenanalyse ein zusätzliches diagnostisches Interview, der dritte eine Reihe von Korrektur- und Präventionsmaßnahmen, darunter auch persönliche Beratungsgespräche. Die quantitativen Daten wurden mit SPSS analysiert.
Ergebnisse
Die zweijährige Studie umfasste eine Befragung von mehr als 3.000 Teilnehmern in der Republik Kasachstan, mehr als 100 Schulungen und Workshops sowie mehr als 50 Stunden Einzelberatungen mit Personen, die ein hohes bis sehr hohes Risiko für Sucht und Ko-Abhängigkeit aufwiesen. Die Querschnittsergebnisse der sechs Module (Suizidrisiko, Depressionsrisiko, Aggressions-/Impulsivitätsrisiko, Suchtrisiko, Glücksspielrisiko und Ko-Abhängigkeitsrisiko) wurden genutzt, um die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden der an der Studie beteiligten Organisationen zu verbessern.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Studie belegt einen hohen gesellschaftlichen Bedarf an einem klaren, verständlichen und einfach anzuwendenden Instrument zur Identifizierung von Risiken für die Entwicklung abweichenden Verhaltens wie Sucht und Ko-Abhängigkeit in Kasachstan. Der Autor berücksichtigte neben Suchterkrankungen auch die Risiken für depressive, aggressive und suizidale Verhaltensweisen.
Die Praxiserprobung beider Versionen des Instruments bestätigt deren Flexibilität: sie ermöglichen eine strukturierte und differenzierte Risikodiagnostik. Darüber hinaus weist die Studie auf den hohen Grad der Vernetzung zwischen den vorgestellten Modulen hin, was die Etablierung neuer Forschungsansätze in verschiedenen relevanten und sensiblen Richtungen ermöglicht.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich erkläre, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.