Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Wenn FASD auf Sucht trifft: Langzeitverläufe und Begleitung zur Stabilisierung

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Jessica Wagner (KEH Berlin)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Menschen mit FASD scheitern oft an normalen Suchttherapien. Unsere drei Fallbeispiele zeigen: Wichtig für eine Stabilisierung ist eine feste Begleitung über Jahre hinweg. Wenn wir für die Betroffenen ein stabiles Umfeld mit passenden Hilfen im Alltag schaffen, können Menschen mit FASD von der Sucht loskommen oder dauerhaft stabil bleiben.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) sind komplexe neurokognitive und entwicklungsbedingte Störungen, die durch pränatalen Alkoholkonsum verursacht werden und langfristige Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben. Personen mit FASD sind häufig anfällig für Gesundheitsprobleme, Suggestibilität und Suchtverhalten. Die Wechselwirkungen zwischen FASD und Sucht erfordern eine differenzierte und langfristige Begleitung.

Methoden
Anhand von drei dargestellten Fallbeispielen soll die Langzeitbegleitung von Menschen mit FASD und komorbider Suchterkrankung vorgestellt werden. Es erfolgte eine retrospektive Fallanalyse im Rahmen unserer FASD Ambulanz im KEH in Berlin. Die Begleitung umfasste niederschwellige, regelmäßige psychiatrische und psychotherapeutische Interventionen, die eine enge Kooperation u.a. mit weiteren ambulanten Fachkräften wie BEW-Betreuer*innen, Sozialarbeiter*innen, Pflegediensten beinhaltete. Die Interventionen umfassten u.a. adaptive medikamentöse Einstellungen, Hilfen bei der Strukturierung des Alltags, psychosoziale Begleitung, Förderung von Lebenskompetenzen und die Offenheit für Hilfen sowie die Förderung des Aufbaus stabiler sozialer Netzwerke.

Ergebnisse
Die Fallbeispiele zeigen, dass Menschen mit FASD, die zusätzlich an Suchtproblemen leiden, von einer stabilen und auf ihre spezifischen Bedürfnisse abgestimmten Begleitung profitieren. Langfristige Interventionen, die nicht nur die Sucht, sondern auch die neurokognitiven und sozialen Herausforderungen berücksichtigen, sind entscheidend.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die vorgestellten Fallbeispiele verdeutlichen, dass eine nachhaltige Begleitung und die „Installation von Hilfen von außen“ oft wirksamer sein kann als eine herkömmliche Suchtbehandlung.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]



Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Wagner, J. (2026). Wenn FASD auf Sucht trifft: Langzeitverläufe und Begleitung zur Stabilisierung. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2964