Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Cannabisprävention in der stationären Jugendhilfe: Ergebnisse des Gruppenprogramms CANJuStop
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Kinder und Jugendliche in der stationären Jugendhilfe haben ein höheres Risiko für Sucht und psychische Probleme. Deshalb brauchen sie gute Präventionsprogramme. CANJuStop ist ein spezielles Programm zur Vorbeugung von problematischem Cannabiskonsum in der Jugendhilfe. Es soll Jugendlichen helfen, besser mit Risiken umzugehen. An der Begleitstudie nahmen 119 Jugendliche aus 25 Einrichtungen teil. Viele hatten schon Cannabis konsumiert. Die Ergebnisse zeigen, wie wirksam das Programm ist und wie es in der Praxis eingesetzt werden kann.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Kinder und Jugendliche in der stationären Jugendhilfe stellen eine Risikogruppe für Sucht- und andere psychische Störungen dar. Es besteht ein hoher Bedarf an wirksamen Präventions- und Interventionsmaßnahmen, doch bislang fehlen qualitätsgesicherte Programme und empirische Erkenntnisse zur Umsetzung in diesem Setting. CAN Stop ist ein etabliertes, empirisch gestütztes Präventionsprogramm gegen problematischen Cannabiskonsum, das im Rahmen eines beteiligungsorientierten Prozesses für die Jugendhilfe angepasst wurde (CANJuStop). Ziel des Programms ist die Förderung von Kompetenzen zur Vermeidung riskanten Cannabiskonsums. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse der dezentral und online durchgeführten Begleitforschung.
Methoden
Im Rahmen der randomisiert-kontrollierten Prä-Post-Follow-up-Pilotstudie wurde ein dezentrales, digitales Implementationsmodell in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe entwickelt. Erfasst wurden Cannabiskonsum (Häufigkeit, Menge, problematischer Konsum mittels CAST), Wirkerwartungen und Einstellungen gegenüber Cannabis (MEE-B, CRSEQ) im Selbstbericht.
Ergebnisse
Insgesamt nahmen 119 Jugendliche (Ø 16,9 Jahre; 60 % männlich) und 17 Fachkräfte (76 % weiblich) aus 25 Einrichtungen teil. Über die Hälfte der Jugendlichen (5 %) hatte zu Baseline Cannabis konsumiert, 31 % davon regelmäßig. An der Postbefragung (Follow-up) beteiligten sich 96 Jugendliche (57). Im geplanten Vortrag werden die Ergebnisse zur Wirksamkeit vorgestellt und deren Implikationen für die Praxis diskutiert.
Diskussion und Schlussfolgerung
Im geplanten Vortrag werden Ergebnisse einer randomisierten Studie zur Cannabisprävention im Setting der Jugendhilfe präsentiert und Implikationen für Cannabisprävention in Risikogruppen diskutiert.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten. Christiane Baldus erhält im geringen Rahmen Autorinnenvergütungen aus dem Verkauf des CAN Stop-Manuals, das die Basis für CANJuStop bot.