Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Von der Phänomenologie zur klinischen Praxis: Diagnostische Ansätze zur Kauf Shopping Störung
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Die Kauf?Shopping?Störung (KSS) betrifft viele Menschen, wird aber bislang selten erkannt. Ein Grund ist, dass es keine klaren und einheitlichen Diagnosekriterien gibt. Verschiedene Forschungsarbeiten schlagen zwar Kriterien vor, doch diese sind noch nicht ausreichend geprüft und werden in der Praxis kaum genutzt. Dadurch bleibt die Störung oft unsichtbar und schwer behandelbar. Um Betroffenen besser helfen zu können, braucht es dringend verlässliche Diagnoseverfahren, die in Studien überprüft und in der klinischen Praxis anwendbar sind.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Kauf-Shopping Störung (KSS) ist durch anhaltende, dysfunktionale Kaufverhaltensweisen gekennzeichnet, die zu erheblichem Leidensdruck und funktionellen Beeinträchtigungen führen. Trotz einer geschätzten Prävalenz von etwa 5 % wird die KSS in der klinischen Praxis weiterhin selten diagnostiziert und ist unzureichend verstanden. In aktuellen psychiatrischen Klassifikationssystemen (ICD-11) wird die KSS lediglich beispielhaft in der residualen Kategorie der sonstigen näher bezeichneten Störungen der Impulskontrolle erwähnt, ohne definierte diagnostische Kriterien, was die klinische Handhabung erheblich erschwert.
Methoden
Es wurde ein narrative Überblicksarbeit durchgeführt, um die Entwicklung diagnostischer Ansätze für die KSS zusammenzufassen, einschließlich historischer Konzeptualisierungen und aktuell vorgeschlagener diagnostischer Kriterien.
Ergebnisse
Die berücksichtigten Quellen umfassen grundlegende Arbeiten (McElroy et al., 1994), aktuelle phänomenologische Studien sowie die Ergebnisse eines internationalen Delphi-Prozesses, in dem neun, expertengestützte Kriterien für KSS entwickelt wurden (Müller, Laskowski et al., 2021). Die Analyse zeigt, dass gegenwärtige diagnostische Ansätze heterogen, überwiegend theoretisch fundiert und bislang unzureichend an klinischen Stichproben überprüft sind. Obwohl die Delphi-Studie einen wichtigen Schritt hin zu konsensbasierten Kriterien darstellt, existiert derzeit weder ein strukturiertes klinisches Interview noch ein validierter diagnostischer Goldstandard.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die derzeit verfügbaren diagnostischen Rahmenkonzepte für die KSS sind noch nicht reif für eine breite klinische Anwendung. Diese Lücke erschwert verlässliche Prävalenzschätzungen, behindert die Evaluation von Therapieeffekten und trägt dazu bei, dass die KSS in der psychosozialen Versorgung weiterhin wenig sichtbar bleibt. Eine empirische Validierung in klinischen Stichproben ist dringend erforderlich, um standardisierte diagnostische Kriterien zu etablieren. Zukünftige Forschung sollte sich insbesondere auf Machbarkeitsstudien und innovative analytische Verfahren konzentrieren, um diagnostische Instrumente weiterzuentwickeln und individualisierte Behandlungsstrategien zu unterstützen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Alternativ:
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden: