Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Polyvalenter Kokainkonsum in Österreich: Bisher ungenutztes Datenpotenzial
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Es gibt nur wenige Personen, die ausschließlich wegen einer Kokainproblematik behandelt werden. In der Regel liegt eine polyvalente Drogenproblematik vor. Die Veränderung der Verbreitung der unterschiedlichen Kombinationen von Problemdrogen im Behandlungsbereich seit 2015 ist ein Hinweis auf Veränderungen polvalenter Konsummuster, die sowohl für Prävention als auch Behandlung relevant sind. Die verfügbaren Daten aus dem österreichischen Behandlungsbereich sind geeignet diesen Aspekt zu untersuchen und könnten auch in anderen Ländern der EU dafür herangezogen werden.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Der wachsende polyvalente Substanzkonsum stellt die Suchthilfe vor große Herausforderungen [1,2]. In wissenschaftlichen Diskursen wird häufig ein Mangel an Daten zu Trends des polyvalenten Substanzkonsums konstatiert. Das von der Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) etablierte Monitoringsystem im Drogenbereich bietet aber bereits jetzt schon Möglichkeiten von Trendanalysen hinsichtlich des behandlungsrelevanten Drogenkonsums und anderer Bereiche [3]. In den meisten Ländern der EU ist ein Anstieg des Kokainkonsums zu beobachten [2]. Das österreichweite Dokumentationssystem der Klientinnen und Klienten der Suchthilfe (DOKLI) bietet die Möglichkeit zur Analyse polyvalenter Konsummuster mit Beteiligung von Kokain im Zeitverlauf.
Methoden
Die Daten des österreichweiten Dokumentationssystem der Klientinnen und Klienten der Suchthilfe (DOKLI) des Behandlungsjahrgangs 2024 werden hinsichtlich Kombinationen der Problemdroge Kokain mit anderen Problemdrogen analysiert. Theoriegeleitet werden diese Kombinationen zu fünf Typen zusammengefasst und die Aufteilung auf diese Typen im Jahr 2024 mit jener im Jahr 2015 verglichen.
Ergebnisse
Lediglich sechs Prozent der 5.935 im Jahr 2024 wegen eines Kokainproblems behandelten Personen haben ausschließlich Kokain als Problemdroge. Bei den restlichen Personen liegt eine polyvalente Drogenproblematik vor, wobei der Großteil (60 %) auch eine Opioidproblematik aufweist. 14 Prozent geben Kokain und Alkohol und/oder Cannabis als Problemdrogen an. Bei den hinsichtlich polyvalenter Konsumproblematik gebildeten Typen lassen sich auch Unterschiede hinsichtlich Soziodemographie und Einstiegsalter in den Kokainkonsum beobachten. Zudem hat sich die Verteilung auf die Typen seit 2015 verändert.
Diskussion und Schlussfolgerung
Es gibt nur wenige Personen, die ausschließlich wegen einer Kokainproblematik behandelt werden. In der Regel liegt eine polyvalente Drogenproblematik vor. Die Veränderung der Verbreitung der unterschiedlichen Kombinationen von Problemdrogen im Behandlungsbereich seit 2015 ist ein Hinweis auf Veränderungen polvalenter Konsummuster, die sowohl für Prävention als auch Behandlung relevant sind. Die verfügbaren Daten aus dem österreichischen Behandlungsbereich sind geeignet diesen Aspekt zu untersuchen und könnten auch in anderen Ländern der EU dafür herangezogen werden.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. der Koautor erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.