Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Auswirkungen der Teillegalisierung von Cannabis auf konsumbezogene Gesundheitsprobleme
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Cannabiskonsum kann zu Gesundheitsproblemen führen. Die Studie untersucht, ob die Legalisierung von Cannabis zu mehr Gesundheitsproblemen geführt hat. Dafür wurden Informationen aus Krankenhäusern analysiert. Es zeigt sich ein kleiner Anstieg von Krankenhausfällen, die mit Cannabisproblemen diagnostiziert wurden. Die Ergebnisse werden in die wissenschaftliche und politische Bewertung der Legalisierung einfließen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Im April 2024 wurde der Besitz und der Anbau von Cannabis für Erwachsene in Deutschland legalisiert. Zudem wurde der Zugang zu medizinischem Cannabis erweitert und ermöglicht es Ärzten, Cannabisblüten bei fast jeder Erkrankung zu verschreiben. Wir haben untersucht, ob die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von cannabisspezifischen Diagnosen nach Gesetzesänderung angestiegen ist.
Methoden
Es wurde die wöchentliche Anzahl stationärer Aufnahmen aus der DRG- und PEPP-Statistik für den Zeitraum Januar 2022 bis September 2025 bezogen. Interrupted-Time-Series Analysen wurden getrennt für Jugendliche und Erwachsene durchgeführt. Der primäre Endpunkt waren Aufnahmen mit einer cannabis-spezifischen ICD-10-Hauptdiagnose (F12.0–F12.9; T40.7). Sekundäre Endpunkte bei Erwachsenen waren (1) akute Intoxikation/Vergiftung (F12.0; T40.7) und (2) durch Cannabis induzierte Psychosen (F12.5). Die Analysen wurden in einem vorab veröffentlichten Protokoll dokumentiert.
Ergebnisse
Es gibt Hinweise dafür, dass nach dem 1. April 2024 die cannabis-spezifischen Einweisungen bei Erwachsenen und Jugendlichen leicht angestiegen sind. Während bei den primären Endpunkten nur geringfügige Veränderungen zu beobachten waren, sind unter Erwachsenen bei den sekundären Endpunkten größere Zunahmen zu beobachten. In zusätzlichen Analysen wurde untersucht, ob ebenfalls Veränderungen bei Hospitalisierungen mit alkohol-, schizophrenie-, angst- und depressionsspezifischen Diagnosen registriert wurden. Unterschiedliche Sensitivitätsanalysen prüften die Robustheit der Ergebnisse. Genaue Ergebnisse werden zum Kongress präsentiert.
Diskussion und Schlussfolgerung
Im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis zeigen sich Hinweise auf Veränderung von Hospitalisierungen mit cannabis-spezifischen Hauptdiagnosen. Weitere Untersuchungen und Informationen sind notwendig, um die Gründe für diese Veränderungen zu verstehen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden:
Jakob Manthey war oder ist beratend für die AOK, EUDA und WHO tätig und hat für Präsentationen im Zusammenhang mit Cannabis Aufwandsentschädigungen und Reisekostenerstattungen von verschiedenen Gesundheitsorganisationen erhalten. Es bestehen keine Verbindungen zur (Cannabis-)Industrie: keine Aktien, Patente, Beratungstätigkeiten oder ähnliches.