Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Cannabis-Prävention in der Kommune: Erprobung der Übertragbarkeit von Strukturen und Konzepten des HaLT-Programms auf die Cannabis-Prävention im Projekt Can-K
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland im Jahr 2024 ist Prävention besonders wichtig geworden. Bislang gibt es jedoch kein einheitliches Präventionskonzept auf kommunaler Ebene. Vor allem für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fehlen gut abgestimmte Angebote und feste Strukturen. Das Modellvorhaben Can-K setzt genau hier an. Ziel ist es, die bestehenden Strukturen und Erfahrungen aus dem Alkoholpräventionsprogramm „HaLT-Hart am LimiT“ zu nutzen und für die Cannabisprävention weiterzuentwickeln.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Cannabisprävention hat durch die Teillegalisierung in Deutschland im Jahr 2024 an Bedeutung gewonnen. Bisher fehlt jedoch ein systematischer kommunaler Präventionsansatz mit regional abgestimmten Strukturen, Abläufen und Maßnahmen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Methoden
In dem Modellvorhaben Can-K wird ein kommunaler Ansatz zur Cannabisprävention bei jungen Menschen entwickelt und erprobt. Can-K orientiert sich an den Strukturen und Konzepten des bundesweit etablierten Alkoholpräventionsprogramms HaLT „Hart am LimiT“ und besteht aus zwei Bausteinen: einem Baustein zur cannabisbezogenen Frühintervention und Früherkennung junger Menschen mit besonderen psychosozialen Belastungen (12 bis 21 Jahre) sowie einem Baustein zur kommunalen Cannabisprävention. Etablierte Präventionsfachstellen, die das HaLT-Programm umsetzen, wirken bei der partizipativen Entwicklung und Erprobung der Maßnahmen an N=8 Modellstandorten mit. Unter Nutzung von kommunalen Netzwerken und Einbezug von Multiplikator:innen sollen der öffentliche Raum insgesamt, Zugangswege zu cannabiskonsumierenden jungen Menschen und relevante Lebenswelten präventiv gestaltet werden (Schule, Elternhaus, Freizeit). Die Frühintervention und Früherkennung soll in verschiedenen Settings implementiert werden, um Machbarkeit und Zielgruppenerreichung über unterschiedliche Zugangswege zu erproben (Klinik, Schule, Eltern, Online-Beratung).
Ergebnisse
Vorgestellt wird der gestufte und partizipative Ansatz zur Entwicklung der evidenzbasierten Maßnahmen, das Konzept zur Erprobung der Maßnahmen an den Modellstandorten, sowie das Evaluationskonzept, Dabei werden mit einem mixed-methods Ansatz nach dem RE-AIM Framework zur Evaluation von Programmen in der Gesundheitsversorgung [1] die Dimensionen Reichweite, Wirkung, Akzeptanz, Implementierung und Nachhaltigkeit evaluiert.
Diskussion und Schlussfolgerung
Das Modellvorhaben Can-K adressiert eine bislang bestehende Angebotslücke in der universellen und indizierten Cannabisprävention für junge Menschen in Deutschland. Durch die systematische Weiterentwicklung des etablierten HaLT-Ansatzes sowie die Umsetzung eines partizipativen Co Creation Ansatzes sollen Reichweite, Wirksamkeit, Akzeptanz und Implementierbarkeit des Konzepts maximiert werden. Das Ziel ist, einen substanziellen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Cannabisprävention für junge Menschen zu leisten indem ein evidenzbasiertes und skalierbares Präventionskonzept entwickelt und erprobt wird.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Erklärung zur Finanzierung
Das Verbundvorhaben wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch die Bundesregierung mit Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) gefördert (FKZ: 2525DSM22C).
Literatur
[1] Glasgow RE, Harden SM, Gaglio B, et al. (2019). RE-AIM planning and evaluation framework:adapting to new science and practice with a 20-year review. Frontiers in Public Health; 7:64.