Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Zieloffene Suchtselbsthilfe im Anschluss an niedrigschwellige selbsthilfeorientierte Konsumkompetenztrainings

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Claudia Huhmann (Bezirksverband Potsdam e.V.)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Es entsteht ein neues Konzept in der Suchtselbsthilfe mit neuen integrativen Möglichkeiten der Kooperationen zwischen Suchtselbsthilfe, Suchthilfe, Reduktionsprogrammen für Suchtkranke und -gefährdete. In der rein abstinenzorientierten Selbsthilfe werden viele Betroffene leider nicht oder erst sehr spät in ihren Krankheitsverläufen erreicht. Wir erreichen viele Menschen früher in ihren Krankheitsverläufen. Die selbsthilfeorientierten Trainings in der Gruppe bieten Betroffenen den Austausch unter sich auf Augenhöhe mit den unterschiedlichsten Konsum- und Kompensationsmustern. Wir sind neugierig wie sich diese Suchtselbsthilfe entwickeln wird.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Ziel unseres selbsthilfeorientierten Gruppentrainings-Konzept ist, dass Betroffene der verschiedensten stofflichen und nicht stofflichen Abhängigkeitserkrankungen Wahlfreiheit haben, ihre eigenen Entscheidungen treffen, und individuelle Ziele selbst bestimmen.

Methoden
Die Gruppentrainings – Konsumkompetenz für Betroffene oder das selbsthilfeorientierte CRAFT-Training für Angehörige – finden in Kooperation mit der Suchthilfe und der Selbsthilfekontaktstelle statt.

Mit den zieloffenen Angeboten können viele Betroffene frühzeitiger erreicht werden. Das Angebot ist niedrigschwellig. Ebenso kann in Folge der Einstieg in die Selbsthilfe geebnet werden, zur Gründung von zieloffenen Selbsthilfegruppen führen oder den Betroffenen die Erkenntnis geben, dass weitere Suchtbehandlung erforderlich ist.

Ergebnisse
Wir haben mittlerweile mehrjährige gute Erfahrungen mit den Gruppentrainings gemacht. Wenn gute Erfahrungen in der Gruppe ermöglicht werden und Verbindungen geschaffen werden wird die Betroffenenkompetenz von den Teilnehmenden immer wieder als positiv und hilfreich hervorgehoben. Die Partizipation in der entstehenden zieloffenen Selbsthilfe ist dann innovativ gewährleistet. Die Kombination der beiden selbsthilfeorientierten Trainings verbessert die Erreichbarkeit bisher nicht behandelter Betroffener und bietet durch die Nachhaltigkeit der Selbsthilfe ein langfristig angelegtes Hilfeangebot auf Augenhöhe.

• Neue Wege neugierig und offen begleiten; Partizipation und Inklusion als Grundprinzip der Suchtselbsthilfe

• Differenzierte und individuelle Zielsetzungen ermöglichen

• Gründung: Die Freie Suchtselbsthilfe e.V.; DfS e.V. (dfs-selbsthilfe.de)

Diskussion und Schlussfolgerung
Die zieloffene Suchtselbsthilfe ist noch immer nicht etabliert, wäre jedoch eine zukunftsweisende Möglichkeit Selbsthilfe, Suchthilfe und Prävention niedrigschwelliger zu vernetzen. Wir setzen uns für diese neue innovative Säule der Suchtselbsthilfe ein und stellen ein Modell in Form von Trainings vor, dass Betroffene und ihre Angehörigen früh erreicht und umsetzbar ist.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich erkläre, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Huhmann, C. (2026). Zieloffene Suchtselbsthilfe im Anschluss an niedrigschwellige selbsthilfeorientierte Konsumkompetenztrainings. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2938