Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Der Konsum von E-Zigaretten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Zahlen zur Verbreitung und zu Trends

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Anika Nitzsche (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit), Boris Orth (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit untersucht regelmäßig, wie viele Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland rauchen. Dabei wird erfasst, wie oft sie rauchen und welche Produkte sie nutzen (z. B. Tabakzigaretten oder E-Zigaretten). Im Jahr 2025 wurden über 7.000 Personen telefonisch befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten zugenommen hat. Außerdem nutzen Personen mit niedrigerem Bildungsniveau E-Zigaretten häufiger als Personen mit höherem Bildungsniveau. Insgesamt wird deutlich, dass E-Zigaretten ein wichtiges Thema für die Rauchprävention sind.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit führt im Rahmen der Drogenaffinitätsstudie seit 1973 in einem Abstand von zwei bis vier Jahren bundesweite Repräsentativbefragungen unter 12- bis 25-Jährigen durch. Ziel ist die kontinuierliche Erfassung der Prävalenz des Konsums von Tabak, verwandten Produkten, Alkohol, Cannabis sowie weiteren psychoaktiven Substanzen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Methoden
In der Erhebungswelle 2025 wurden 3.031 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren und 3.970 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren mittels computergestützter Telefoninterviews (CATI) befragt. Es werden aktuelle Prävalenzschätzungen zum Konsum von E-Zigaretten berichtet und durch Trendanalysen auf Basis vorangegangener Erhebungswellen ergänzt.

Ergebnisse
Die 30-Tage-Prävalenz des Konsums von Mehrweg-E-Zigaretten lag im Jahr 2025 bei 7,3 % unter Jugendlichen und 12,7 % unter jungen Erwachsenen; für Einweg-E-Zigaretten betrugen die Anteile 5,5 % bzw. 8,1 %. Im Vergleich zu 2023 zeigte sich ein deutlicher Anstieg der 30-Tage-Prävalenz von Mehrweg-E-Zigaretten (2023: Jugendliche: 3,9 %; junge Erwachsene: 7,8 %), während für Einweg-E-Zigaretten keine entsprechende Zunahme beobachtet wurde. Bildungsunterschiede konnten bezüglich des E-Zigarettenkonsums (Mehrweg und Einweg) in beiden Altersgruppen beobachtet werden. So zeigte sich eine signifikant höhere 30-Tage-Prävalenz bei Personen mit niedrigerem Bildungsniveau.

Diskussion und Schlussfolgerung
Der Konsum der Mehrweg-E-Zigarette hat in den letzten zwei Jahren bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zugenommen und es zeigen sich signifikante Bildungsunterschiede hinsichtlich des Konsumverhaltens. Es zeigt sich, dass der Konsum von E-Zigaretten ein zunehmend relevantes Thema der Rauchprävention darstellt

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Nitzsche, A., & Orth, B. (2026). Der Konsum von E-Zigaretten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Zahlen zur Verbreitung und zu Trends. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2936