Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Digitale Prävention von Suchtrisiken bei psychisch erkrankten Kindern: ein App-basiertes Familienprogramm - EnTree
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Digitale Medien können einerseits Suchtrisiken begünstigen, bieten andererseits jedoch innovative Möglichkeiten für niedrigschwellige Prävention und die Förderung von Medienkompetenz. Das Projekt EnTree widmet sich der Entwicklung und Evaluation einer digitalen, familienbasierten Prävention für psychisch erkrankte Kinder im Grundschulalter.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Psychisch erkrankte Kinder stellen eine Hochrisikogruppe für spätere Suchterkrankungen dar. Mit der Aufnahme der Gaming Disorder in die ICD-11 ist deutlich geworden, dass verhaltensbezogene Abhängigkeiten im Kindes- und Jugendalter zunehmend an Bedeutung gewinnen. Zudem werden weitere digitale Störungsbilder wie Social-Media-, Streaming- oder Smartphone-bezogene Abhängigkeit diskutiert. Prävention muss daher früh ansetzen und die Autonomie der Kinder sowie deren adaptive Bewältigungsstrategien stärken.
Digitale Medien können einerseits Suchtrisiken begünstigen, bieten andererseits jedoch innovative Möglichkeiten für niedrigschwellige Prävention und die Förderung von Medienkompetenz. Ziel des Projekts EnTree ist die Entwicklung und Evaluation einer digitalen, familienbasierten Präventionsintervention für psychisch erkrankte Kinder im Grundschulalter.
Methoden
Die App-basierte Intervention integriert die transdiagnostischen Inhalte des Unified Protocol for Children (UP-C). Neben den Kindern werden die Eltern begleitend in die Intervention eingebunden. Ein Teilprinzip der App ist die präventive Gestaltung digitaler Nutzung, um exzessivem Medienkonsum aktiv entgegenzuwirken. Durch die Kombination aus Gamifizierungselementen, klaren Nutzungsgrenzen, Alltags-Transfer und Förderung familiärer Medienkompetenz adressiert die Intervention zentrale Mechanismen der Suchtentstehung.
Ergebnisse
Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase. Es wird erwartet, dass EnTree die Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation und Stressbewältigung psychisch erkrankter Kinder verbessert sowie die Medienkompetenz von Kindern und Eltern stärkt. Ein reflektierter und selbstbestimmter Umgang mit digitalen Medien soll gefördert werden. Weiterhin wird angenommen, dass der Transfer therapeutischer Inhalte in den Alltag gelingt. Langfristig wird eine Reduktion zentraler Risikofaktoren für die Entwicklung von Verhaltenssüchten (insbesondere Gaming- und Social-Media-bezogene problematische Nutzung) erwartet. Zusätzlich soll die Studie Evidenz zur Machbarkeit und Akzeptanz digitaler familienbasierter Präventionsprogramme im kinder- und jugendpsychiatrischen Kontext liefern.
Diskussion und Schlussfolgerung
EnTree verfolgt einen innovativen Ansatz, der digitale Medien bewusst als Präventionsinstrument gegen suchtbezogene Risiken einsetzt. Das Programm zielt darauf ab, Autonomie und Selbstwirksamkeit psychisch erkrankter Kinder zu stärken und langfristig Suchtrisiken zu reduzieren.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.