Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Wirksamkeit von PTBS-Behandlungen bei komorbider Substanzgebrauchsstörung: Eine Metaanalyse und Metaregression
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) treten häufig gemeinsam mit Substanzgebrauchsstörungen (SUD) auf. Unklar war, ob PTBS-Behandlungen bei dieser Kombination genauso wirksam sind wie ohne SUD. Eine Metaanalyse von 21 hochwertigen Studien zeigt: Psychologische Therapien verbessern PTBS-Symptome deutlich – unabhängig davon, ob zusätzlich eine SUD vorliegt. Dies gilt sowohl für traumafokussierte als auch für gegenwartsorientierte Ansätze. Es fanden sich keine relevanten Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den Gruppen. Damit können evidenzbasierte PTBS-Behandlungen auch bei gleichzeitiger Substanzproblematik erfolgreich eingesetzt werden.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) treten häufig gemeinsam mit Substanzgebrauchsstörungen (SUD) auf. Vorliegende Studien zeigen, dass evidenzbasierte PTBS-Behandlungen auch bei Patient:innen mit dieser Komorbidität (PTBS+SUD) wirksam sind. Allerdings fehlen bislang direkte Vergleiche der Behandlungseffekte zwischen Patient:innen mit PTBS+SUD und solchen mit alleiniger PTBS.
Methoden
Es wurde eine systematische Metaanalyse mit Metaregression randomisiert-kontrollierter Studien durchgeführt, die psychologische Interventionen zur Behandlung von PTBS gegenüber aktiven psychologischen Kontrollbedingungen untersuchten. Die systematische Literaturrecherche umfasste Publikationen bis Mai 2024 und wurde in PubMed, PsycInfo, Psyndex, PILOTS/PTSDpubs, Medline sowie der Cochrane Library durchgeführt. Zwei unabhängige Gutachter:innen extrahierten die Daten und bewerteten die Studienqualität hinsichtlich möglicher Verzerrungen. Als primärer Endpunkt wurde die PTBS-Symptomschwere nach Abschluss der Behandlung definiert. Sekundäre Endpunkte waren die Symptomschwere nach drei und sechs Monaten sowie die Abbruchraten.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 21 randomisiert-kontrollierte Studien mit 25 Interventionen eingeschlossen. Psychologische Behandlungen zeigten eine signifikant höhere Wirksamkeit im Vergleich zu aktiven Kontrollbedingungen (SMD = –0,34; 95 %-KI [–0,49; –0,20]). Dies galt sowohl für Studien mit komorbider PTBS+SUD (SMD = –0,29; 95 %-KI [–0,47; –0,11]) als auch für Studien mit alleiniger PTBS (SMD = –0,46; 95 %-KI [–0,72; –0,20]). Sowohl traumafokussierte (SMD = –0,39; 95 %-KI [–0,58; –0,20]) als auch gegenwartsorientierte Interventionen (SMD = –0,24; 95 %-KI [–0,45; –0,03]) erwiesen sich als überlegen. Die Diagnosegruppe hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Effektstärke (p = .370). Insgesamt zeigten sich keine bedeutsamen Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen Patient:innen mit und ohne SUD.
Diskussion und Schlussfolgerung
Psychologische Interventionen zur Behandlung von PTBS sind sowohl bei Patient:innen mit als auch ohne komorbide Substanzgebrauchsstörung wirksam. Unterschiede in der Effektivität zwischen den Gruppen konnten nicht festgestellt werden.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.