Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Evaluation einer kultursensiblen Gruppenintervention für Geflüchtete Menschen mit Substanzkonsum und Traumafolgen (STARC-SUD)

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Ingo Schäfer (Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universität Hamburg), Philipp Hiller (Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universität Hamburg), Sascha Milin (Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universität Hamburg), Heike Zurhold (Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universität Hamburg), Annett Lotzin (Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universität Hamburg)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Die Studie untersuchte die Wirksamkeit einer kultursensiblen Gruppenintervention für geflüchtete Personen mit traumatischen Erfahrungen und problematischem Substanzkonsum. Ziel war es zu prüfen, ob sich psychische Belastung und Emotionsregulation durch das Angebot verbessern lassen. In einer randomisiert-kontrollierten Studie wurde die Intervention mit der üblichen Versorgung verglichen. Die Studie ist abgeschlossen und wird aktuell ausgewertet, die Ergebnisse im Vortrag präsentiert. Die Studie soll dazu beitragen, evidenzbasierte Behandlungsansätze für diese bislang unzureichend versorgte Zielgruppe weiterzuentwickeln.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Geflüchtete mit traumatischen Erfahrungen weisen häufig hohe psychische Belastungen und gleichzeitig problematischen Substanzkonsum auf. Für diese besonders vulnerable Zielgruppe fehlen bislang ausreichend evaluierte, integrierte Versorgungsansätze. Die Studie untersucht die Wirksamkeit der kultursensiblen, transdiagnostischen Gruppenintervention STARC-SUD zur Reduktion psychischer Belastung und Verbesserung der Emotionsregulation.

Methoden
Es wurde eine multizentrische, randomisiert-kontrollierte Studie mit geplanten N = 286 männlichen Geflüchteten in sechs deutschen Metropolregionen durchgeführt. Eingeschlossen wurden Teilnehmende mit erhöhter psychischer Belastung, traumatischen Erfahrungen sowie riskantem Substanzkonsum oder Substanzgebrauchsstörung. Die manualisierte Gruppenintervention wurde unter Einsatz von Dolmetschenden umgesetzt und mit Treatment as usual (TAU) verglichen. Primärer Endpunkt war die Veränderung der psychischen Belastung postinterventionell und im 3-Monats-Follow-up. Sekundäre Endpunkte umfassten Emotionsregulation, Substanzkonsum und PTSD-Symptomatik.

Ergebnisse
Die Studie wurde Anfang 2026 abgeschlossen und befindet sich derzeit in fortgeschrittener Auswertung. Im Vortrag werden neben den Ergebnissen zu den Effekten der Intervention im Vergleich zu TAU auf die psychische Belastung auch Befunde zu sekundären klinischen Zielgrößen wie Emotionsregulation, Substanzkonsum und PTSD-Symptomatik berichtet.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit einer niedrigschwelligen, kultursensiblen Gruppenintervention für geflüchtete Menschen mit komorbiden Belastungen. Die berichteten Ergebnisse können einen Beitrag dazu leisten, die Versorgungspraxis für die bislang stark unterversorgte Gruppe von Geflüchteten mit traumatischen Belastungen und Substanzproblemen evidenzbasiert weiterzuentwickeln.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenskonflikte bestehen.

Erklärung zur Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderkennzeichen 01EF1805A.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Schäfer, I., Hiller, P., Milin, S., Zurhold, H., & Lotzin, A. (2026). Evaluation einer kultursensiblen Gruppenintervention für Geflüchtete Menschen mit Substanzkonsum und Traumafolgen (STARC-SUD). Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2923