Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Ernährungstherapie als Querschnittsthema der interprofessionellen Behandlung von Alkoholabhängigkeit in der medizinischen Rehabilitation

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Anne Schumacher (Hochschule Fulda, Fachbereich Oecotrophologie), Stefanie Biehl (Hochschule Fulda, Fachbereich Oecotrophologie), Angelina Heumüller (Hochschule Fulda, Fachbereich Oecotrophologie), Sigrid Hahn (Hochschule Fulda, Fachbereich Oecotrophologie)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Die fehlende konzeptionelle Verankerung der Ernährungstherapie in der Suchtrehabilitation ist ein kritisches Problem, da dies die körperliche Genesung und die Abstinenzstabilisierung von Patient:innen gefährden kann. Ziel der Studie ist es, ein praxistaugliches Rahmenkonzept für die interprofessionelle Ernährungstherapie zu entwickeln. Hierfür wird eine qualitative (Expert:innen- sowie Betroffeneninterviews) und quantitative Datenerhebung (Rehabilitationseinrichtungen) durchgeführt. Die Empfehlungen für das Rahmenkonzept entstehen in einem Delphi-Prozess mit einem interdisziplinären Expert:innenbeirat. Die Ergebnisse sollen helfen, die Behandlungsqualität in der medizinischen Sucht-Rehabilitation durch eine bessere interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der Ernährung nachhaltig zu sichern.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Ernährungstherapeutische Leistungen sind im Reha-Therapiestandard (RTS) Alkoholabhängigkeit der Deutschen Rentenversicherung Bund als evidenzbasiertes Therapiemodul (ETM 10) verankert [1]. Alkoholabusus geht häufig mit Fehlernährung, negativen Auswirkungen auf das Ernäh-rungsverhalten sowie den (Ernährungs-)Alltag einher [2, 3, 4]. Die praktischen ernährungstherapeutischen Maßnahmen (Einkaufstraining (M63), Lehrküchenveranstaltung (M62), gemeinsame Mahlzeiten (M61)) eignen sich besonders zur Motivation zur Verhaltensänderung und Vermittlung von Handlungs- sowie Selbstmanagementkompetenzen, die schließlich eine Förderung der Selbstwirksamkeit sowie der allgemeinen Lebenskompetenz bewirken [5, 6]. Dennoch liegen keine spezifischen ernährungstherapeutischen Standards für die Suchtrehabilitation vor. Die interprofessionelle Einbindung der Ernährungstherapie in das Gesamtbehandlungskonzept ist zudem konzeptionell nicht erfasst. Angesichts der hohen Prävalenz von Alkoholabhängigkeit (56 % aller Reha-Leistungen bei Abhängigkeitserkrankungen) [7] und der starken physiologischen sowie alltagsbezogenen Auswirkungen auf den Ernährungsstatus besteht dringender Handlungsbedarf. Ziele des Forschungsvorhabens sind die Erstellung eines Rahmenkonzepts für die Ernährungstherapie unter Beachtung der Vernetzung im interprofessionellen Therapiekonzept bei Alkoholabhängigkeit sowie die Konzeption ergänzender Praxisempfehlungen und Arbeitsmaterialien für Ernährungsfachkräfte.

Methoden
Das Forschungsvorhaben folgt einem Mixed-Methods-Design und umfasst eine Bestandsaufnahme mittels qualitativer Interviews mit Behandlungsteams und Rehabilitand:innen sowie eine anschließende quantitativen Online-Befragung. Abschließend werden die Erkenntnisse in einem Delphi-Prozess mit einem interprofessionellen Expert:innenbeirat konsolidiert.

Ergebnisse
Auf dem Kongress sollen erste Ergebnisse der qualitativen Erhebung vorgestellt werden.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die fehlende konzeptionelle Verankerung der Ernährungstherapie in der Suchtrehabilitation ist ein kritisches Problem, da dies die körperliche Genesung und die Abstinenzstabilisierung von Patient:innen gefährden kann. Ziel der Studie ist es, ein praxistaugliches Rahmenkonzept für die interprofessionelle Ernährungstherapie zu entwickeln. Hierfür wird eine qualitative (Expert:innen- sowie Betroffeneninterviews) und quantitative Datenerhebung (Rehabilitationseinrichtungen) durchgeführt. Die Empfehlungen für das Rahmenkonzept entstehen in einem Delphi-Prozess mit einem interdisziplinären Expert:innenbeirat. Die Ergebnisse sollen helfen, die Behandlungsqualität in der medizinischen Sucht-Rehabilitation durch eine bessere interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der Ernährung nachhaltig zu sichern.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten. Das Projekt EthA wird von der Deutschen Rentenversicherung Bund gefördert.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Schumacher, A., Biehl, S., Heumüller, A., & Hahn, S. (2026). Ernährungstherapie als Querschnittsthema der interprofessionellen Behandlung von Alkoholabhängigkeit in der medizinischen Rehabilitation. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2910