Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
„Vom Konzept zur Praxis: Aufbau und Nutzung kommunaler Monitoringstrukturen in Berlin.“
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Synthetische Opioide sind ein wichtiges Problem, weil Überdosierungen schnell lebensbedrohlich werden können. In diesem Praxisbericht zeigen wir, wie Berlin ein Monitoring aufbaut, um Risiken früher zu erkennen. Dafür werden Hinweise aus Suchthilfe, Rettungsdiensten, Kliniken, Drug Checking, Giftnotruf und Sicherheitsbehörden zusammengeführt. Deutlich wird: Viele Informationen sind bereits vorhanden, müssen aber besser gebündelt und gemeinsam bewertet werden. Das kann helfen, schneller zu reagieren, Warnungen gezielter zu kommunizieren und Maßnahmen der Schadensminderung gezielt einzusetzen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die fehlende Bündelung lokal verfügbarer Daten zu synthetischen Opioiden ist für die Prävention und Versorgungspraxis ein relevantes Problem. Überdosierungen werden vor Ort zwar punktuell sichtbar, aber ohne strukturiertes Monitoring oft zu spät erkannt und eingeordnet.
Methoden
In diesem Praxisbericht wird dargestellt, wie in Berlin kommunale Monitoringstrukturen aufgebaut werden, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, abgestimmte Reaktionen vorzubereiten und Maßnahmen der Schadensminderung gezielt einzusetzen. Dafür wurde ein interdisziplinärer und ressortübergreifender Austausch initiiert und ein Monitoringansatz im Rahmen des Projekts „so-par“ (synthetic opioids – prepare and response) entwickelt, der Daten und Einschätzungen aus unterschiedlichen Bereichen systematisch zusammenführt.
Ergebnisse
Eine besondere Herausforderung liegt in der dezentralen Struktur Berlins: Hinweise auf synthetische Opioide und ihre Folgen entstehen an zahlreichen Stellen – z. B. in Drogenkonsumräumen, Drug-Checking-Angeboten, Rettungsdiensten, Rettungsstellen, beim Giftnotruf oder in Sicherheitsbehörden. Diese Informationen folgen eigenen Dokumentationslogiken, liegen häufig zeitverzögert vor und sind für sich genommen nur begrenzt in ihrer Aussagekraft. Der Ansatz zielt deshalb darauf, verschiedene Früh- und Kontextindikatoren zusammenzuführen, ihre Aussagekraft gemeinsam zu bewerten und daraus ein fortlaufend aktualisierbares Lagebild zu entwickeln. Darauf aufbauend sollen Maßnahmenpläne sowie Strategien der Krisenkommunikation erarbeitet und erprobt werden. Parallel dazu werden gezielte Harm-Reduction-Maßnahmen mit dem Vorgehen verzahnt, um im Ernstfall Menschenleben retten zu können.
Diskussion und Schlussfolgerung
Es zeigt sich, dass Daten, Wissen und fachliche Expertise in Berlin in hohem Maß vorhanden sind und die beteiligten Akteur:innen ein ausgeprägtes Interesse an Austausch und Zusammenarbeit mitbringen. . Der Mehrwert entsteht insbesondere durch die Zusammenführung der Informationen zu einem gemeinsamen Lagebild, das Entwicklungen frühzeitig sichtbar macht und punktueller Überforderung einzelner Akteur:innen entgegenwirken könnte. Die Erfahrungen können dazu beitragen, kommunale Monitoring- und Frühwarnstrukturen praxisnah weiterzuentwickeln, Zuständigkeiten und Kommunikationswege zu klären und die Reaktionsfähigkeit im Vorfeld möglicher Krisensituationen zu stärken.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Alternativ:
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden: