Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Hybride Nachsorge bei Alkoholerkrankungen: Einblick in die Versorgungspraxis mit mentalis Appstinence

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Luca Daumenlang (mentalis GmbH)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Alkoholerkrankungen sind ein wichtiges Problem, weil viele Betroffene nach einer stationären Behandlung nur schwer in eine kontinuierliche Weiterversorgung gelangen und dadurch ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht. In diesem Beitrag geben wir einen Einblick in die praktische Versorgung mit einem hybriden Nachsorgeprogramm. Dabei beschreiben wir, wie die Kombination aus App-basierter Unterstützung und psychologischen Tele-Gesprächen im Versorgungsalltag eingesetzt wird. Es zeigt sich, dass diese hybride Begleitung Patient:innen im Übergang nach der Klinik stabil unterstützen und den Kontakt zum Hilfesystem erleichtern kann. Diese Erfahrungen zeigen, dass hybride Nachsorge einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung alkoholkranker Menschen leisten kann.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Nach der Behandlung in einer Suchtklinik benötigen viele Patient:innen mit alkoholbezogenen Störungen eine kontinuierliche Weiterversorgung. Obwohl das deutsche Gesundheitssystem eine Vielzahl von Behandlungsangeboten bereithält, nimmt nur ein vergleichsweise geringer Anteil nach Abschluss eines stationären Entzugs diese auch tatsächlich in Anspruch (AWMF 2020). Dies führt zu einer signifikanten Versorgungslücke mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen und das Gesundheitssystem. Das Rückfallrisiko ist hoch und die Rehospitalisierungsrate liegt in den ersten Monaten nach Klinikentlassung bei 48 % (Fleischmann 2017).

Methoden
Digital-gestützte Nachsorgeprogramme können eine nahtlose Fortsetzung der Behandlung ermöglichen und dazu beitragen, die in der Klinik erzielten Therapieerfolge zu stabilisieren sowie die Rehospitalisierungsrate zu reduzieren. Das Hybrid Care-Angebot von mentalis kombiniert hierfür algorithmusbasierte Therapie-Apps mit psychologischen Tele-Gesprächen und leitet Patient:innen in weiterführende Angebote der Regelversorgung.



Mit mentalis Appstinence wurde speziell ein Programm für die Alkoholnachsorge entwickelt. Nutzer:innen bearbeiten niedrigschwellige Aufgaben mit Techniken aus der Kognitiven Verhaltenstherapie sowie dem neurokognitiven Training und erlernen dadurch hilfreiche Kompetenzen im Umgang mit problematischem Alkoholkonsum.

Ergebnisse
Das Programm wurde in einer randomisiert kontrollierten Studie erfolgreich evaluiert; zentrale Ergebnisse werden zur evidenzbasierten Einordnung kurz dargestellt. Aus der Versorgungspraxis zeigen sich zentrale Wirkmechanismen des Programms: Die Kombination aus flexibler App-Nutzung und regelmäßigen Tele-Gesprächen ermöglicht eine kontinuierliche Begleitung zurück im Alltag in der kritischen Übergangsphase nach Entlassung. Niedrigschwellige, alltagsnahe Aufgaben unterstützen dabei, Rückfallrisiken frühzeitig zu erkennen und aktiv gegenzusteuern.



Psychologische Tele-Gespräche bieten Raum zur Reflexion, fördern Motivation und helfen, Inhalte aus der App in den Alltag zu übertragen. Gleichzeitig erleichtert das Programm die Anbindung an weiterführende Versorgungsangebote.



Im geplanten Vortrag wird der Ablauf der Nachsorge aus Patient:innen und Behandler:innenperspektive praxisnah vorgestellt.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass die Kombination von Therapie-Apps mit psychologischen Tele-Gesprächen in der Nachsorge von alkoholbezogenen Störungen einen praxisnahen und vielversprechenden Ansatz darstellt. Die Integration digital-gestützter Interventionen kann somit ein relevanter Baustein zur Verbesserung der poststationären Versorgung sein.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]







Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.







Alternativ:







Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden:

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Daumenlang, L. (2026). Hybride Nachsorge bei Alkoholerkrankungen: Einblick in die Versorgungspraxis mit mentalis Appstinence. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2903