Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
S3-Leitlinie Alkoholbezogene Störungen
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Alkoholkonsum ist in Deutschland mit vielen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen verbunden. Eine Leitlinie gibt Orientierung für Diagnose und Behandlung von Betroffenen.
Die Leitlinie wird alle fünf Jahre aktualisiert und auf den neuesten Stand der Forschung gebracht. An diesem Prozess sind Experten aus verschiedenen Berufsgruppen und Betroffene beteiligt.
Es gibt neue Empfehlungen für ältere Betroffene und zu Begleiterkrankungen, sowie getrennt für Männer und Frauen. Auch Angehörige werden in der neuen Version berücksichtigt.
Durch die Überarbeitung bleibt die Leitlinie auf dem Stand der aktuellen Wissenschaft und stellt die Grundlage für die Behandlung von Betroffenen dar.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Alkoholkonsum zählt in Deutschland nach wie vor zu den bedeutendsten vermeidbaren Risikofaktoren für Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle, geht mit erheblichen körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen einher und hat weitreichende wirtschaftliche und gesundheitspolitische Auswirkungen. Die S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen“ dient seit ihrer Erstveröffentlichung als zentrale, interdisziplinär abgestimmte Grundlage für Entscheidungen in Diagnostik und Therapie.
Methoden
Die Überarbeitung orientiert sich an der Methodik einer evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie nach den Statuten der AWMF. Grundlage sind systematische Literaturrecherchen zu (inter-)nationalen Leitlinien, Metaanalysen und systematischen Reviews, Bewertung der Evidenz und strukturierter Konsensfindung unter Beteiligung zahlreicher Fachgesellschaften und Betroffenenvertretungen. Für Fragestellungen ohne ausreichende Datenlage wurden klinische Konsenspunkte formuliert.
Ergebnisse
Ein zentrales Anliegen der Aktualisierung war die Präzisierung grundlegender Begriffe im Zuge des Übergangs zur ICD-11. Im Hinblick auf den Alkoholkonsum wird ausdrücklich betont, dass es keine gesundheitlich unbedenkliche Konsummenge gibt. Die Leitlinie wurde umfassend überarbeitet, wobei ein besonderer Fokus auf bislang eher randständig behandelten Themen lag, darunter ältere Betroffene, somatische Komorbiditäten, postakute Symptomatik, Schwangerschaft und Stillzeit sowie die Versorgungsstrukturen in Deutschland. Zudem wird der Gruppe der Angehörigen erstmals ein eigenes Kapitel gewidmet, das Kapitel zur geschlechtersensitiven Behandlung wurde grundlegend neu konzipiert.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen“ wurde auf Basis neuer Evidenz aktualisiert. Im Vergleich zur Fassung von 2021 treten insbesondere präzisierte Definitionen und diagnostische Kriterien, eine stärkere Orientierung an ICD-11, eine vertiefte Berücksichtigung körperlicher und psychischer Komorbidität, eine detailliertere Beschreibung der postakuten Phase sowie differenzierte Empfehlungen für spezifische Gruppen wie ältere Betroffene und Angehörige hervor.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Erklärung zur Finanzierung: Die Erstellung der Leitlinie wird durch die DGPPN und den GBA gefördert.