Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Charakteristika von Personen mit einer Glücksspielstörung – Ergebnisse des Glücksspiel-Surveys 2025
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Es wurden Auswertungen für verschiedene soziodemografische Merkmale, gesundheitliche Belastungen und dem Spielverhalten differenziert nach dem Schweregrad einer Glücksspielstörung (DSM-5) vorgenommen. Diese Analysen basieren auf Daten einer Bevölkerungsumfrage (Glücksspiel-Survey 2025).
Von einer glücksspielbezogenen Störung sind gut 2% der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Bei Männern und jüngeren Personen ist dieser Prozentanteil erhöht. Menschen mit einer Glücksspielstörung zeigen eine schlechtere psychische Situation sowie einen erhöhten Alkohol- und Cannabiskonsum. Es sollten passende Präventionsmaßnahmen entwickelt und durchgeführt sowie das Beratungs- und Hilfeangebot ausgebaut werden.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Glücksspiele um Geld sind für die meisten Menschen ein harmloses Freizeitvergnügen. Bei manchen Personen entwickeln sich jedoch mit der Zeit glücksspielbezogene Probleme bis hin zur Sucht. Mögliche Folgen können dann hohe Schulden, psychische Belastungen oder der Verlust sozialer Kontakte sein. Studien zeigen, dass schnelle Glücksspiele (d. h. mit hoher Ereignisfrequenz) wie beispielsweise Geldspielautomaten den größten Risikofaktor für die Entwicklung eines problematischen Spielverhaltens darstellen. Ausgehend von diesem internationalen Kenntnisstand wurden Auswertungen hinsichtlich verschiedener soziodemografischer Merkmale, zu gesundheitlichen Belastungen sowie zum Spielverhalten differenziert nach dem Schweregrad einer Glücksspielstörung vorgenommen. Erstmalig erfolgten auch entsprechende Analysen nach der Frequenz des Cannabiskonsums.
Methoden
Die dem Beitrag zugrunde liegenden Analysen basieren auf Daten des Glücksspiel-Surveys 2025. Hierbei handelt es sich um eine Befragung zum Glücksspielverhalten in der 16- bis 70-jährigen Bevölkerung in Deutschland (N=12.340). Das Screening glücksspielbezogener Probleme der erwachsenen Bevölkerung erfolgte auf Basis der aktuellen Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-5).
Ergebnisse
Von einer glücksspielbezogenen Störung nach DSM-5 sind insgesamt 2,2% der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Männer weisen mit einem Anteilswert von 3,2% häufiger eine glücksspielassoziierte Störung auf als Frauen (1,1%). Am höchsten ist der Anteil glücksspielgestörter Spieler*innen mit 4,6% unter den 18- bis 25-Jährigen. Bei den Personen mit einer Glücksspielstörung zeigt sich eine schlechtere psychische Gesundheit sowie ein erhöhter Alkohol- und Cannabiskonsum. Der jeweilige Anteil von Personen mit einer glücksspielbezogenen Störung ist unter den Spieler*innen schneller Spielformen stärker ausgeprägt.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Ergebnisse verweisen darauf, dass zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen sich vorrangig an jüngere, glücksspielende Männer richten sollten, um die Entwicklung einer Glücksspielproblematik zu verhindern. Ferner sollten Präventionskonzepte für die riskanten Glücksspiele eher restriktiv und verhältnispräventiv ausgerichtet werden. Die Analysen zeigen ferner, dass mit dem Schweregrad einer Glücksspielstörung auch die gesundheitlichen Belastungen zunehmen. Das spricht für eine differenzierte Ausgestaltung des glücksspielbezogenen Beratungs- und Hilfeangebotes.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Das diesem Bericht zu Grunde liegende Forschungsprojekt wurde vom Deutschen Lotto- und Totoblock finanziell gefördert. Die Verwertungsrechte liegen ausschließlich bei den am Projekt beteiligten wissenschaftlichen Institutionen. Sven Buth und Jens Kalke haben in den letzten 3 Jahren Förderungen für wissenschaftliche glücksspielbezogene Forschungsprojekte vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, mehreren Bundesländern und staatlichen Lottoanbietern erhalten. Gerhard Meyer und Moritz Rosenkranz haben in den letzten 3 Jahren außer der Projektförderung für den Glücksspielsurvey keine weiteren finanziellen Zuwendungen für glücksspielbezogene Forschungsprojekte empfangen.