Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Die Patient*innenleitlinie Alkoholbezogene Erkrankungen – „Wir möchten Sie ermutigen, die für Sie richtigen Schritte zu gehen“

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Stephanie Schmid (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Mannheim), Sabine Hoffmann (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Mannheim), Inka Camilla Hiß (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Mannheim), Bernd Lenz (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Mannheim), Amina Soufi (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Mannheim), Falk Kiefer (Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Mannheim)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Seit 2015 gibt es eine Leitlinie zur Behandlung von Alkoholbezogenen Störungen.


Diese richtet sich an behandelnde Personen aus verschiedenen Berufsgruppen. Bisher fehlt eine Version für Betroffene.


Die Patient:innenleitlinie soll in einfacher Sprache Informationen zu Diagnose und Krankheitsbild geben und einen Überblick über Behandlungsoptionen bieten. Außerdem gibt sie Hinweise zu Unterstützungs- und Beratungsangeboten.


Betroffene sollen mit der Patient:innenleitlinie einen wichtigen Einblick in den aktuellen Stand der Wissenschaft und Forschung bekommen um eine informierte Entscheidung über ihre  Behandlung treffen zu können.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Die S3-Leitlinie Screening, Diagnostik und Behandlung von Alkoholbezogenen Störungen erhält in 2026 eine Überarbeitung. Bisher liegt die Leitlinie in einer Lang- und einer Kurzfassung vor und richtet sich an ein breites Spektrum von Behandelnden aus verschiedenen Berufsgruppen. An der Erstellung und Überarbeitung waren auch Betroffene, Angehörige und Vertreter der Selbsthilfe beteiligt. Eine Version der Leitlinie, die sich direkt an Betroffene richtet gibt es bisher nicht.

Methoden
Im Rahmen der Überarbeitung der Leitlinie wird von und mit Betroffenen eine Version erarbeitet, welche sich an Betroffene und Interessierte richtet. Dabei werden die (evidenbasierten) Empfehlungen der Leitlinie aufgegriffen, nach ihrer Relevanz für die Betroffenen beurteilt und dann in einfacher Sprache aufbereitet und erleichtert so den Zugang zu Wissen über Diagnose, Behandlung und Unterstützungsmöglichkeiten.

Ergebnisse
Die Patient*innenleitlinie zu alkoholbezogenen Erkrankungen wird aktuell entwickelt, um Betroffenen sowie deren Angehörigen und Freund*innen verständliche, verlässliche und wissenschaftlich fundierte Informationen bereitzustellen. Es werden Begrifflichkeiten rund um Konsum erklärt, die Diagnosekritierien beschrieben und Entzugssymptome aufgezeigt. Neben den Behandlungsmöglichkeiten für die verschiedenen Schweregrade der Erkrankung geht die Patient*innenleitlinie auch auf psychische und somatische Komorbiditäten ein. Ein weiterer Baustein sind Hinweise zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten.

Diskussion und Schlussfolgerung
Ziel der Patient*innenleitlinie ist es, die Gesundheitskompetenz zu stärken und informierte Entscheidungen im Umgang mit Alkoholproblemen zu ermöglichen. Die Leitlinie bietet Orientierung in allen Phasen – von der ersten Problemerkennung bis hin zur langfristigen Stabilisierung.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Erklärung zur Finanzierung: Die Erstellung der Leitlinie und die Patient*innenleitlinie wird durch die DGPPN und den GBA gefördert.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Schmid, S., Hoffmann, S., Hiß, I. C., Lenz, B., Soufi, A., & Kiefer, F. (2026). Die Patient*innenleitlinie Alkoholbezogene Erkrankungen – „Wir möchten Sie ermutigen, die für Sie richtigen Schritte zu gehen“. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2882