Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Selbstorganisation im Überlebensmodus: Eine qualitative Analyse fördernder und hemmender Faktoren für die Teilhabe von Drogenkonsumierenden in Zentralasien
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Der Beitrag zeigt, wie wichtig es ist, Menschen mit eigener Erfahrung in Entscheidungen einzubeziehen, besonders in der Suchthilfe. In Zentralasien ist die Teilhabe von Drogenkonsumierenden jedoch eingeschränkt, weil es viel Stigma, Diskriminierung und Ausgrenzung gibt. Für die Studie wurden 21 Interviews in vier Ländern geführt. Die Ergebnisse zeigen: Es gibt wenige echte Mitbestimmung. Gründe sind politische Einschränkungen, wenig Vertrauen und weniger finanzielle Unterstützung. Fördernd sind Selbstorganisation, Schulungen und Zusammenarbeit. Insgesamt gibt es eine große Lücke zwischen der Idee von Teilhabe und der Realität. Für echte Beteiligung braucht es neue Strukturen und mehr Wertschätzung für die Erfahrungen der Betroffenen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Das Rahmenkonzept der Weltgesundheitsorganisation zur sinnvollen Teilhabe verfolgt das Ziel, Menschen mit eigener Erfahrung in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, um eine bessere Versorgung durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu erreichen. In der Umsetzung gestaltet sich die sinnvolle Teilhabe jedoch oftmals als schwierig, da sie gesellschaftliche Machtverhältnisse infrage stellt. Dies trifft insbesondere auf den Bereich der Suchthilfe in Zentralasien zu, der durch die Stigmatisierung und Marginalisierung vulnerabler Gruppen gekennzeichnet ist.
Methoden
Der Beitrag untersucht die fördernden und hemmenden Faktoren für eine sinnvolle Teilhabe von Drogenkonsumierenden in Zentralasien auf der Grundlage qualitativer Experteninterviews mit Vertreter*innen zivil-gesellschaftlicher Organisationen und Community-Gruppen. Insgesamt wurden 21 Interviews in Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Tadschikistan durchgeführt und mithilfe der thematischen Analyse ausgewertet. Als Analyserahmen dient die von Sherry R. Arnstein entwickelte „Partizipationsleiter“, die geeignet ist, die Qualität von Teilhabe zu untersuchen.
Ergebnisse
Die Selbstorganisation von Drogenkonsumierenden in Zentralasien steht vor vielen Herausforderungen. Während Community-Gruppen in den vergangenen Jahren durch internationale Programme gefördert wurden, sehen sie sich derzeit mit dem Rückzug externer Geldgeber und einer zunehmenden Repression der Zivilgesellschaft konfrontiert. Die Analyse zeigt, dass hemmende Faktoren Stigma, Diskriminierung und Ausgrenzung umfassen, während Selbstorganisation, Kapazitätsaufbau, partizipative Ansätze sowie finanzielle Unterstützung als fördernde Faktoren für Teilhabe gelten können.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Studie zeigt eine deutliche Kluft zwischen der Idee einer sinnvollen Beteiligung und der Art und Weise, wie Teilhabe in der Praxis in den Ländern Zentralasiens realisiert wird. Zwar haben sich einige Formen der Beteiligung von Drogenkonsumierenden in der Suchthilfe entwickelt, doch bleiben diese häufig nominell und außerhalb der offiziellen Entscheidungsstrukturen. Dies lässt sich auf den politischen Kontext zurückführen, u. a. geschlossene Strukturen im Gesundheitsbereich, einen Mangel an Austausch und Vertrauen sowie die gesellschaftliche Stigmatisierung vulnerabler Gruppen. Eine sinnvolle Teilhabe erfordert jedoch nicht nur neue Entscheidungsprozesse, sondern auch eine Veränderung im Verständnis und in der Wertschätzung gelebter Erfahrungen innerhalb der Suchthilfe.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Alternativ:
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden: