Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Substanzkonsum in Deutschland im Wandel (2012 – 2024): Alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzen und Trends aus dem Epidemiologischen Suchtsurvey
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Substanzkonsum ist ein wichtiges Problem, weil er die körperliche und psychische Gesundheit vieler Menschen beeinträchtigt. In dieser Arbeit wollen wir herausfinden, wie sich der Konsum von Alkohol, Tabak, Medikamenten, Cannabis und illegalen Drogen in Deutschland über die Zeit verändert hat. Dafür analysieren wir Daten aus einer großen Befragung von Erwachsenen in Deutschland der Jahre 2012 bis 2024. Wir fanden heraus, dass sich Konsummuster je nach Alter und Geschlecht unterschiedlich entwickeln und sich im Zeitverlauf verändern. Diese Ergebnisse können helfen, Präventionsmaßnahmen besser zu planen und gezielt auf verschiedene Bevölkerungsgruppen abzustimmen.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Der Substanzkonsum in Deutschland bleibt hoch und dynamisch. Während sich Konsummuster zunehmend ausdifferenzieren, entstehen neue Risiken durch veränderte Produktformen und altersgruppenspezifische Entwicklungen. Das Monitoring des aktuellen Konsums sowie langfristiger Trends ist entscheidend für die Einschätzung der gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen des Konsums psychoaktiver Substanzen auf die Allgemeinbevölkerung. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aktuelle Prävalenzen sowie zeitliche Trends des Substanzkonsums zu untersuchen und dabei alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede im Zeitraum von 2012 bis 2024 zu analysieren.
Methoden
Die Daten stammen aus dem Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA), einer regelmäßig durchgeführten, bevölkerungsrepräsentativen Querschnittsbefragung zum Substanzkonsum in Deutschland. Erfasst wird der Konsum von Alkohol, Tabak, Medikamenten, Cannabis und illegalen Drogen mittels multimodaler Erhebung. Die Welle 2024 umfasst 7.534 Personen (18-64 Jahre) sowie erstmals 2.335 Personen im Alter von 65-85 Jahren. Die Daten werden poststratifiziert gewichtet und als Prävalenzen für den 30-Tage-, 12-Monats- und Lebenszeitkonsum dargestellt. Zudem werden Schätzungen zu Missbrauch, Abhängigkeit und Konsumstörungen nach DSM-IV/DSM-V berichtet. Analysiert werden Trends von 2012 bis 2024 nach Altersgruppe und Geschlecht mittels logistischer Regression.
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild. Beim Alkoholkonsum bleibt der Anteil der Konsumierenden hoch, während episodisches Rauschtrinken insbesondere bei jungen Erwachsenen im Vergleich zu früheren Erhebungen zurückgegangen ist. Beim Nikotinkonsum deutet sich eine Verschiebung von klassischen Zigaretten hin zu alternativen Produkten wie E-Zigaretten an, die vor allem bei jüngeren Erwachsenen verbreitet sind. Cannabis weist insbesondere unter jungen Männern höhere Prävalenzen sowie teilweise problematische Konsummuster auf. Andere illegale Drogen spielen auf Bevölkerungsebene weiterhin eine deutlich geringere Rolle. Psychoaktive Medikamente werden täglich insbesondere in älteren Altersgruppen genutzt und zeigen deutliche Geschlechterunterschiede.
Diskussion und Schlussfolgerung
Der ESA 2024 sowie die Trendverläufe seit 2012 zeigen, dass sich Konsummuster psychoaktiver Substanzen in Deutschland dynamisch verändern und zunehmend differenziert nach Altersgruppen und Produktformen entwickeln. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Präventions- und Interventionsstrategien kontinuierlich an veränderte Konsummuster anzupassen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.