Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Behandlung von Alkoholbezogenen Störungen: (Evidenzbasierte) neue Empfehlungen
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Die Behandlungsleitlinie für Alkoholbezogene Störungen bildet mit ihren Empfehlung die Grundlage für die Therapie von betroffenen Personen. Leitlinien werden alle fünf Jahre überarbeitet, um neue Forschung und Erkenntnisse zu berücksichtigen.
Experten, Behandelnde und Betroffene beraten über neue Empfehlungen und stimmen darüber ab.
Es gibt mehr Empfehlungen zu Begleiterkrankungen und neuen Therapieoptionen. Schwerpunkte sind Unterschiede zwischen den Geschlechter, Diversität und Angehörige
Aufgrund der Aktualität der Leitlinie kann eine sichere und aktuelle Behandlung der Betroffenen gewährleistet werden.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Leitlinien sind der Goldstandard für die Behandlung von Patientinnen und Patienten. Die erste Auflage der S3-Leitlinie Screening, Diagnose und Behandlung Alkoholbezogener Störungen erschien 2015 und inzwischen ist der Prozess der zweiten Überarbeitung weitestgehend abgeschlossen.
Methoden
Die Aktualisierung folgt der Methodik einer evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie mit systematischer Literaturrecherche zu (inter-)nationalen Leitlinien, Metaanalysen und systematischen Reviews, Bewertung der Evidenz und strukturierter Konsensfindung unter Beteiligung zahlreicher Fachgesellschaften und Betroffenenvertretungen. Für Fragestellungen ohne ausreichende Datenlage wurden klinische Konsenspunkte formuliert.
Ergebnisse
Die Fassung von 2021 formuliert evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen zu Screening und Kurzintervention, zur Behandlung in der akuten und postakuten Entzugsphase, zu komorbiden Störungen sowie für spezifischen Zielgruppen. Das aktuelle Update knüpft an diese Struktur an, integriert jedoch neue Evidenz, berücksichtigt die Einführung der ICD-11 und erweitert mehrere bislang nur randständig adressierte Themenfelder, darunter ältere Betroffene, körperliche Komorbiditäten, postakute Symptomatik und Angehörige. Ein wichtiges Ziel des Updates war die Schärfung grundlegender Begrifflichkeiten und die Aussage, dass jeglicher Konsum von Alkohol schädlich sein kann.
Diskussion und Schlussfolgerung
Unter Beteiligung vieler Fachgesellschaften, Betroffenen, Experten und Expertinnen wurden die Empfehlungen überarbeitet und auf den neuesten Stand der Literatur bzw. des klinischen Konsens gebracht. Die Leitlinie stärkt eine integrierte, sektorenübergreifende, zielgruppensensible Versorgung alkoholbezogener Störungen und bietet dafür einen klar strukturierten Orientierungsrahmen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Erklärung zur Finanzierung: Die Erstellung der Leitlinie wird durch die DGPPN und den GBA gefördert.